Große Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bänden erstmals digital

10. Dezember 2002, 14:56
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Das ganze Wissen auf der Festplatte - Schnelles Nachschlagen - Profi-Nutzer als Zielgruppe

Nach mehr als sechsjährigen Überlegungen ist es endlich soweit: Die Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bänden - im Regal sind das 1,40 Meter - gibt es jetzt auch digital. Damit sichert sich der Traditionsverlag mit seinen beiden Wurzeln in Leipzig und Mannheim die führende Rolle bei den digitalen Nachschlagewerken in deutscher Sprache, gemessen an Umfang und inhaltlicher Qualität.

230.000 Artikel mit 26 Millionen Wörtern

Die Bewältigung der schnell anwachsenden Informationsmenge und der Anspruch auf größtmögliche Aktualität sind die Hauptprobleme einer Enzyklopädie - wie man im entsprechenden Brockhaus-Artikel lernt. Beide Probleme könnten nur "annähernd, aber keineswegs vollkommen, gelöst werden". Die Annäherung an das Ideal lässt sich an den wichtigsten Kenndaten der digitalen Enzyklopädie festmachen: 230.000 Artikel mit 26 Millionen Wörtern sind allein von der Textmenge her etwa das Doppelte des "Brockhaus multimedial" und etwa vier Mal so viel wie bei der Encarta von Microsoft.

Text und Bilder der 24-bändigen Enzyklopädie sind auf zwei CDs untergebracht. Der Inhalt kann vollständig auf die Festplatte kopiert werden, so dass kein lästiges CD-Einschieben mehr nötig ist. Zusätzlich gibt es eine DVD mit einem "Medienpaket" - der Inhalt besteht aus einem Atlas, Audio- und Videodateien, Panoramabildern und anderen multimedialen Ergänzungen.

Bereits das Kernpaket bietet die umfassende, verlässliche Information aus allen Wissensgebieten, wie man sie am Arbeitsplatz immer wieder braucht. Anders als bei den bisherigen elektronischen Brockhaus-Ausgaben wird hier weniger der wissensdurstige Privatanwender bedient, der auch Abwechslung und Unterhaltung erwartet. Vielmehr richtet sich das Werk überwiegend an professionelle Nutzer, die in möglichst kurzer Zeit verständlich, aber auch hinreichend ausführlich informiert sein wollen. Die Software unterstützt das schnelle Nachschlagen über eine klare Navigation.

Weitersuche im Internet

Wird ein Begriff nicht gefunden - im Software-Test musste die Enzyklopädie bei der Suche nach den geographischen Fachbegriffen Exonym und Endonym passen - bietet sich die direkte Weitersuche im Internet an. Schon gleich nach Erscheinen liegt auf dem Brockhaus-Server Material für die Online-Aktualisierung vor: Die zwei MB große Datei wird heruntergeladen und automatisch installiert - danach gibt es 455 Artikel in aktualisierter Fassung.

Eigene Artikel lassen sich nahtlos in die Enzyklopädie integrieren - vielleicht etwas zu nahtlos, weil die Software bei der Suche nicht kenntlich macht, ob es sich um einen Originalartikel der Enzyklopädie oder um einen persönlich hinzugefügten Beitrag handelt. Alle Artikel können in thematischen Mappen zusammengefasst sowie mit persönlichen Notizen oder Lesezeichen versehen werden.

Vor Raubkopien geschützt

Damit die digitale Enzyklopädie vor Raubkopien geschützt ist - diese Sorge war der Hauptgrund für die lange Verzögerung bei der elektronischen Ausgabe, muss die Software erst online oder telefonisch freigeschaltet werden. Als technische Mindestvoraussetzung benötigt der digitale Mammut-Brockhaus einen Windows-PC (ab 95) mit einem 350-MHz-Prozessor und je nach Betriebssystem mindestens 64 MB beim Arbeitsspeicher. Die Preise hat der Duden-Brockhaus-Verlag an der professionellen Zielgruppe ausgerichtet: Die Doppel-CD mit dem Basisprogramm kostet 990 Euro, für die DVD mit der Multimedia-Ergänzung fallen weitere 99 Euro an.(APA/AP)

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