"Klammeraffe", "Schnabel-A" ... und jetzt "arrobe"

10. Dezember 2002, 22:28
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In Frankreich hat man einen Namen gefunden - warum gerade diesen, bleibt jedoch mysteriös

Paris - Jeder kennt das Symbol - in Frankreich hat es endlich einen Namen: Das @ aus den E-Mail-Adressen heißt offiziell jetzt "arrobe", wie das amtliche "Journal officiel" am Wochenende meldete. Im gesprochenen Französisch darf nach der Festlegung durch der für Begriffe und Neuwörter zuständigen Kommission auch die Rede von "arobase" sein. Die Lexikologin Christine Ouvrard vom bekannten Wörterbuch-Verlag Larousse zeigte sich am Montag erstaunt über die Wahl der Jury: "Niemand benutzt arrobe", sagte sie, "sie französisieren und schaffen ein Wort."

Im Zeichen des E-Mail-Zeitalters nennt das Wörterbuch-Lexikon "Petit Larousse" seit 1998 das @-Zeichen "arobase", alternativ auch "arrobase" sowie "arobas" und "arrobas", ebenso wie der konkurrierende "Petit Robert". Das neu geschaffene Wort wird nach Angaben Ouvrards nur dann in den "Larousse" aufgenommen, wenn es sich in den Medien und der Informatik-Fachwelt durchsetzt. Aufgabe der Lexika sei es, die tatsächlich benutzte Sprache festzuhalten, betonte sie. Im "Petit Robert" wird "arobe" oder "arrobe" immerhin erwähnt - als "spanisches Maß, das 12,780 Kilogramm entspricht". Wieso der Begriff ausgerechnet auf das @-Zeichen gemünzt wird, blieb im Dunkeln.

Blumige Namen für das Symbol sind keine Seltenheit: Im Deutschen wird das @ neben der Aussprache als "at" oft als "Klammeraffe" bezeichnet - im Schwedischen hat sich ein Begriff durchgesetzt, der wörtlich übersetzt "Schnabel-A" bedeutet. (APA/red)

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    grafik: derstandard.at
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