Tirols vielstimmige Frauenbewegung

7. Dezember 2002, 20:51
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Uni-Forschungspreis für Regionalstudie

Innsbruck - Sie ist die erste Regionalstudie über die Neue Frauenbewegung aus einem Bundesland außerhalb Wiens. Und sie hat eine Auszeichnung verliehen bekommen: Am Freitag wurde der feministischen Publikation "Die Neue Frauenbewegung in Tirol seit 1970" der Preis für Frauenspezifische Forschung an der Uni Innsbruck verliehen. Samt Preisgeld: 2000 Euro.

Erschienen ist die Arbeit schon im Jahr 2001 unter dem Titel "vielstimmig. mancherorts" im Innsbrucker Studienverlag. Ein vergleichbarer Text war zuletzt vor zehn Jahren verfasst worden: über die Frauenbewegung in Wien in den 70er- und 80er-Jahren.

Herausgeberinnen der Aufsatzsammlung sind Lisa Gensluckner, Christine Regensburger, Verena Schlichtmeier, Helga Treichl und Monika Windisch. Sie legen Wert auf die Darstellung einer Bewegungsvielschichtigkeit. Und plädieren dafür, die Vorstellung von "der einen Frauenbewegung" aufzugeben.

Das Spektrum der Beiträge reicht von grundsätzlichen Texten zu einzelnen Schwerpunkten der Bewegung: Kampf um die Fristenlösung, für ein Frauengesundheitszentrum, gegen sexuelle Gewalt, Engagement in der Friedensbewegung und in Künstlerinnen-Initiativen.

Wichtiger Hintergrund für die Buchentstehung seien die mühsam erkämpften "feministischen Strukturen an der Universität" gewesen, erläutern die Herausgeberinnen. Etliche der Autorinnen hätten in Innsbruck studiert. Rektor Hans Moser hat zugesichert, den spendenfinanzierten Preis in Zukunft aus dem Rektoratsbudget zu bezahlen. Für die Vergabe soll aber weiterhin die Interfakultäre Koordinationstelle für Frauenforschung zuständig sein. (bs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8 .12. 2002)

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