Standardsoftware für den virtuellen Amtsgang

6. Dezember 2002, 19:43
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Adobe Acrobat könnte im Zusammenspiel mit der digitalen Signatur der "elektronischen Regierung" neuen Schwung geben

Wien - Damit Bürger und Unternehmen Amtswege rund um die Uhr elektronisch abwickeln können, ist es nicht notwendig, "den ganzen Workflow samt den verschiedenen Formulartypen für das Internet nachzuprogrammieren", ist Christian Moder, Country-Manager des Beratungsunternehmens Detecon, überzeugt. Seiner Meinung nach ließe sich das Formularwesen auf PDF-Basis zeit- und kostengünstig umsetzen.

PDF ist die Abkürzung für ein plattformübergreifendes Dokumentenformat, mit welchem sich aus Texten, Bildern und Grafiken Dokumente erzeugen lassen. Hauptanbieter einer solchen Software ist Adobe mit dem Acrobat Reader, es gibt aber auch andere, kleinere Anbieter wie Jaws. Das Besondere an PDF-Software ist, dass die darstellende Software kostenlos im Internet erhältlich ist, bezahlen muss nur derjenige, der damit Unterlagen herstellt. Dieses Geschäftsmodell hat dazu geführt, dass nach Angaben von Adobe der Acrobat Reader an die 400 Mio. Mal heruntergeladen wurde.

Änderungen möglich

Für E-Government-Prozesse hatte dies bisher den Nachteil, dass die Person, die eine PDF-Datei erhielt, diese nicht verändern konnte. Mit der Auflage 5.1 des Acrobat Reader wurde das geändert. Seither können in einem elektronischen Schriftstück Felder definiert werden, die ausgefüllt werden können, oder in die eine digitale Signatur eingesetzt werden könnte.

Detecon, die zur Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems gehört, hat im Herbst einen Arbeitskreis installiert, der zusammen mit dem deutschen Arbeitsministerium ventiliert, wie Abläufe rund um eine Jobsuche samt Arbeitsbescheinigungen und Bezug von Arbeitslosengeld beschleunigt werden könnten. Moder: "Ziel ist, dass Arbeitsuchende schneller zu einem neuen Job kommen, ohne dauernd zum Arbeitsamt rennen zu müssen." (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 7.12.2002)

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    Die jüngste Version des weit verbreiteten Adobe-Programm für Dokumentenformate, Acrobat, könnte ein wichtiger Baustein für die Vision der "elektronischen Regierung" sein.

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