Warnstreiks im Öffentlichen Dienst Deutschlands ausgeweitet

6. Dezember 2002, 16:04
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Rund 30.000 Beschäftigte demonstrierten in Nordrhein-Westfalen - Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di Bsirske droht mit "hartem Winter"

Berlin - Im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes Deutschlands hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Freitag die Warnstreiks ausgeweitet. Rund 30.000 Beschäftigte nahmen ver.di-Angaben zufolge im Schwerpunktbezirk Nordrhein-Westfalen an Kundgebungen teil. Zu kleineren Protestaktionen kam es demnach auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Thüringen.

Mehr als 10.000 Demonstranten im Ruhrgebiet

Vor allem im Ruhrgebiet hätten Arbeiter und Angestellte ihrem Unmut über die von den Arbeitgebern geforderte Nullrunde Luft gemacht. In fünf Städten des Ruhrgebiets versammelten sich laut Gewerkschaft allein mehr als 10.000 Beschäftigte.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sagte auf einer Kundgebung in Bochum mit etwa 4000 Teilnehmern, falls die Arbeitgeber weiter an einer Nullrunde festhielten, werde es einen "harten Winter" geben. Die Gewerkschaft sei "entschlossen, in die Auseinandersetzung zu gehen", betonte Bsirske.

Ausweitung der Warnstreiks in den kommenden Tagen angekündigt

Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, die Warnstreiks würden in den kommenden Tagen mit Blick auf das Spitzengespräch am kommenden Mittwoch in Berlin ausgeweitet. An diesem Termin erwartet die Gewerkschaft Bewegung von den Arbeitgebern, um dann möglicherweise schon in der großen Verhandlungsrunde am 18. Dezember in Kassel zu einem Abschluss zu kommen.

Ver.di fordert für die rund drei Millionen Arbeiter und Angestellte des Öffentlichen Dienstes Einkommensverbesserungen von mehr als drei Prozent sowie die Angleichung der Osteinkommen auf Westniveau bis 2007. Die Arbeitgeber lehnen dies mit Verweis auf die leeren Kassen der öffentlichen Haushalte ab.(APA)

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    Als Nikoläuse verkleidete Gewerkschaftsmitglieder ziehen einen Schlitten mit "Steuergeschenken" bei einer Demonstration durch die Düsseldorfer Innenstadt. Die Nikoläuse tragen die Masken mit den Gesichtern der beiden Verhandlungsführer. An Warnstreiks und Protestkundgebungen beteiligten in Nordrhein-Westfalen rund 30 000 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes.

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