Preisverleihung "Bergwelten 2002"

10. Dezember 2002, 14:40
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Tirol Werbung vergab Reisejournalismuspreis an "Zeit"-Redakteurin

Innsbruck - Die "Zeit"-Redakteurin Heike Faller ist für ihren Artikel "Todtmoos, kein Wintermärchen" von der Tirol Werbung mit dem Reisejournalismuspreis Bergwelten 2002 ausgezeichnet worden. Der Journalistin sei es gelungen, ein wissenschaftliches Phänomen wie den Klimawandel und seine Auswirkungen auf den alpinen Wintertourismus auf eine ausgesprochen informative, aber nie belehrende Art zu vermitteln, erklärte Jurysprecher Christian Seiler bei der Preisverleihung.

Die Spurensuche nach dem Phänomen Klimawandel in den Alpen und nach dem Umgang der Menschen mit dessen Auswirkungen auf den Tourismus habe die 31-jährige Journalistin, deren Artikel im März 2002 im Dossier der "Zeit" erschienen sei, in den kleinen Ort Todtmoos im deutschen Schwarzwald geführt, teilte die Tirol Werbung mit. Dort habe sie "auf der Suche nach dem ausbleibenden Schnee" Gespräche mit den Bewohnern des Ortes geführt und sich auf eine Reise durch die vergangenen 30 Jahre begeben "als der Wintertourismus noch boomte".

Bei der Preisverleihung in den "Swarovski Kristallwelten" in Wattens hob der Jurysprecher Seiler die "stille erzählerische Kraft" des Artikels hervor, sowie die Fähigkeit der Autorin, auf die Menschen zuzugehen und anhand der persönlichen Schicksale der Bewohner die Geschichte eines Ortes zu erzählen "ohne zu werten, ohne sich einzumischen". Die Auszeichnung sei ein "lebendiger Beitrag zum Jahr der Berge" und ein "entscheidender Impuls für den Reisejournalismus", erklärte Josef Margreiter, der Direktor der Tirol Werbung. "Für ein Land wie Tirol, das wohl zu den meist beschriebenen Tourismusregionen Europas gehört, ist diese kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem Reisejournalismus ein Thema, das wir auch in den kommenden Jahren verfolgen wollen", sagte Margreiter bei der Preisverleihung.

Heike Faller war nach dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München unter anderem in New York und Hamburg tätig. 1997 erhielt sie den Axel-Springer-Preis für Nachwuchsjournalisten und arbeitete seit 1999 im Ressort "Leben" der "Zeit". Unter die Top Drei von Bergwelten 2002 schafften es weiters Wolfgang Bauers "Arbeitsplatz Zugspitze" (publiziert in "Focus") sowie Günther Macks Beitrag "Wo Heidis Enkel leben" (erschienen in "Geo Spezial", Schweiz).

In der Jury saßen Christian Seiler (Zürcher "Tagesanzeiger"), Erwin Brunner ("National Geographic"), Manfred Gabrielli (ORF), Kurt Luger (Institut für Tourismusforschung, Universität Salzburg) und Walter Klier (Autor und freier Journalist). Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. (APA)

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