Die digitale Emma

9. Dezember 2002, 12:23
8 Postings

Zum 60. Geburtstag von Alice Schwarzer startete Internet-Ausgabe "EmmaOnline" mit umfangreichem Archiv von 26 Jahren

Zeitgleich zum 60. Geburtstag von Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer hat die feministische Frauenzeitschrift ihr Magazin auch ins Internet gestellt. Unter www.emma.de können interessierte Frauen und aufgeschlossene Männer Informationen nun auch über das World Wide Web beziehen. EmmaOnline gibt Auskunft über den Inhalt der aktuellen Printausgabe und diskutiert ausführlich vier aktuelle Top-Themen. Ein Forum soll der LeserInnenschaft erst 2003 zur Verfügung stehen. Wahrscheinlichster Top-Blickfang auf der Site: die Kür zum "Pascha des Monats". Aktueller Preisträger: Bild-Chef Kai Diekmann.
Emma feiert im Januar 2003 ihr 26-jähriges Bestehen.

Fotos und Volltexte aus allen Jahrgängen

Mit der Internet-Ergänzung will die Redaktion auch jüngere Leserinnen für feministische Themen begeistern. Ein umfangreiches Emma-Archiv soll in drei Stufen online gehen. Neben den bereits präsentierten Inhaltsverzeichnissen der letzten sechs Ausgaben sollen demnächst alle Namen und Inhalts-Schlagworte seit dem erstmaligen Erscheinen 1977 bereitstehen. In der dritten Phase werden Fotos und Volltexte aus allen Jahrgängen auf EmmaOnline bereitstehen.

PorNO

Die am 26. Januar 1977 erstmalig erschienene Zeitschrift Emma konnte im Kampf um Frauenrechte und Gleichberechtigung zahlreiche Tabus brechen. Bereits vor der Emma-Zeit erregte Alice Schwarzer 1971 mit dem Bekenntnis "Ja, ich habe abgetrieben" die Gemüter. Eine weitere Kampagne der deutschen Frauenbewegung führte zu Protesten gegen den Paragraph 218. 1977 initiierte Emma die ersten Proteste gegen Klitorisverstümmelung und 1978 wurden erste Gruppen zum Thema Missbrauch gegründet. 1978 ging Emma mit einer Stern-Klage gegen Pornografie vor.

In den Achtzigern forderte Emma Ganztagsbetreuung von Kindern und 1984 formierte sich die erste Hilfe für Essstörungen. Zuletzt sorgte die TV-Diskussion von Schwarzer mit Verona Feldbusch für Schlagzeilen. "Das war eine der quälendensten Stunden meines Lebens, aber auch eine der lohnendsten. Diese Konfrontation zwischen Mensch und Werbeprodukt hat den Leuten die Augen geöffnet", so Schwarzer in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Profil. (pte)

  • EmmaOnline soll vorallem junge Frauen mit feministischen Anliegen bekannt machen.
    foto: emma.de
    EmmaOnline soll vorallem junge Frauen mit feministischen Anliegen bekannt machen.
Share if you care.