Venedig wird vor Ölpestrisiken geschützt

11. Dezember 2002, 13:45
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Italienische Regierung lässt Lagune für Transporte von Erdöl und ähnlichem Gefahrengut sperren

Rom - Nach dem Untergang des Tankers "Prestige" vor den spanischen Küsten will die italienische Regierung Schiffen, die Erdöl und andere umweltschädliche Substanzen transportieren, den Weg zum Venediger Hafen sperren. Um Unfälle zu vermeiden, die der Lagune schwere Umweltschäden anrichten könnten, soll 17 Kilometer vor den Küsten Venedigs ein Terminal gebaut werden, wo Erdöltanker halten können. Mit einer Pipeline soll das Erdöl ans Festland gebracht werden, berichtete Italiens Verkehrminister Pietro Lunardi.

Das Terminal soll 500 Millionen Euro kosten und in zirka fünf Jahren gebaut werden. Wegen des seichten Meeresbodens vor Venedig mehrten sich in den vergangenen Jahren die Probleme mit Tankern. "Die Erdölschiffe dürfen nicht mehr in die Lagune fahren, dies ist die einzige Lösung", sagte der Präsident der Region Venetien, Giancarlo Galan.

Das Terminalprojekt, das von Umweltverbänden gelobt wurde, erntete entrüstete Reaktionen der Unternehmer Venedigs. Sie befürchten, eine Ausgrenzung der Stadt und kritisieren die hohen Kosten des Projekts. Der Unternehmerverband Unindustria meinte, man dürfe kein Terminal bauen, ohne sich zuvor mit den Industriellen beraten zu haben. (APA)

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