Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen im Wachsen

6. Dezember 2002, 17:39
posten

Laut einer Umfrage des ifo Instituts haben Aktien-Programme für Mitarbeiter in deutschen Unternehmen stark zugenommen - Wirtschaftsforscher warnen auch vor Risiken

München - Im vergangenen Jahr sind in Deutschland insgesamt 2,1 Millionen Beschäftigte am Kapital ihrer Firmen beteiligt gewesen, ergab eine Umfrage des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Rund 86 Prozent davon hielten Aktien ihres Unternehmens. 1986 waren nach Angaben von ifo schätzungsweise erst rund 1,1 Millionen Beschäftigte in Deutschland am Unternehmenskapital beteiligt.

Zur Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung zählen neben Aktien auch Darlehen und andere Vergünstigungen. Viele Firmen versprechen sich von derartigen Angeboten auch eine stärkere Motivation der Mitarbeiter.

Je größer das Unternehmen, desto höher ist nach Angaben der Wirtschaftsforscher der Anteil der am Kapital beteiligten Beschäftigten. Bei Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten liege er bei 15,2 Prozent. Bei Firmen mit weniger als zehn Beschäftigten seien im Schnitt nur zwei Prozent am Kapital beteiligt. Insgesamt hatten die Beschäftigten in Deutschland nach ifo-Angaben 2001 in rund 66.000 Firmen die Möglichkeit, sich am Kapital zu beteiligten.

Für die Mitarbeiter ist die Kapitalbeteiligung allerdings auch mit Risiken verbunden. "Arbeitnehmer tragen für den Konkursfall das doppelte Risiko, sowohl ihren Arbeitsplatz als auch ihr Beteiligungskapital zu verlieren", schreiben die Wirtschaftsforscher. Der Insolvenzschutz werde oft gerade bei Aktien als unnötig und kostspielig angesehen. Es herrsche immer noch die Ansicht vor, dass die Chancen dieser Anlageform die Risiken langfristig übertreffen. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.