Profidienste beleben Datenfunk

4. Dezember 2002, 19:43
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Zum Wachstum der Datenfunktechnik GPRS setzt T-Mobile auf das Segment der Geschäftskunden - Der Außendienst soll ständig vernetzt sein

Wien - Während die Gesprächsgebühren im Mobilfunknetz aufgrund der Konkurrenz sinken und Umsätze trotz vermehrten Handybetriebs stagnieren, macht die neue Wachstumshoffnung Datenfunk nur langsam Fortschritte. Zwar boomt SMS, aber für die Datentechnik GPRS fehlt bisher ein Massenpublikum.

Darum verstärkt T-Mobile seine Bemühungen, Datenfunk für Geschäftskunden attraktiv zu machen. Zwei Anwendungen für "freundliche Kunden", deren Spektrum von sozialen Diensten bis zum Versicherungsgeschäft reicht, sollen den geschäftlichen Nutzen der Online-Integration von Außendienstmitarbeitern in die Unternehmens-IT zeigen. In Österreich seien 400.000 mobile Mitarbeiter potenzielle Adressaten solcher Dienste, erklärt T-Mobile-CEO Georg Pölzl.

Blackberry

Mit dem niederösterreichischen Hilfswerk testet T-Mobile den Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommenden Blackberry, einen Organizer mit Handy-Funktionen und mobiler Internetverbindung. In den USA ist der ursprünglich aus dem Pagerbereich stammende Blackberry in wenigen Jahren zu einer Art Kultinstrument von Managern geworden. Sein spezielles Merk- mal ist E-Mail, die nicht vom Empfänger abgeholt, sondern mittels "Push"-Technologie (ähnlich SMS) zugestellt wird. Auch Termine können so jederzeit in den elektronischen Kalender des Benutzers eingetragen werden.

Das Hilfswerk steuert mit Blackberrys den Einsatz seiner Krankenschwestern und Heimhilfe. Mit dem palm-artigen Organizerteil des Blackberry werden alle Aufzeichnungen zur Arbeitszeit erfasst und nahtlos zur Verrechnung weitergegeben, "die fehleranfällige Zettelwirtschaft entfällt", erklärt Hilfswerk-Chef Gunther Hampel - bei zwei Millionen verrechenbaren Stunden jährlich ein großes Rationalisierungspotenzial.

Mobiler Zugang zu allen Daten

Bei der AXA-Versicherung dient der T-Mobile MDA (Mobile Digital Assistant, eine Handy-PocketPC-Kombination) dem Außendienst als Zugang zu allen Kunden- und Produktdaten; "selbst am Skilift könnte man damit einem Kunden Auskunft über seine Pensionslücke geben und ein entsprechendes Produkt anbieten", sagt Franz Fuchs, Chef von AXA Österreich. Besonders reizvoll für T-Mobile ist daran, dass AXA den internationalen Einsatz prüft, während T-Mobile aufgrund seines großen internationalen Netzes länderübergreifendes Roaming für Datenfunk anbieten kann - was bei GPRS derzeit noch keine Selbstverständlichkeit ist. (spu, DER STANDARD, Printausgabe 5.12.2002)

  • T-Mobile bringt Blackberry nach Österreich, in den USA Kultobjekt gehetzter Manager. Allerdings vorerst nur für Geschäftskunden, denn für E-Mail ist ein eigener Server hinter der Firewall der Firmen-IT notwendig.
    foto: t-mobile

    T-Mobile bringt Blackberry nach Österreich, in den USA Kultobjekt gehetzter Manager. Allerdings vorerst nur für Geschäftskunden, denn für E-Mail ist ein eigener Server hinter der Firewall der Firmen-IT notwendig.

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