Touristiker setzen auf den Wintersport

4. Dezember 2002, 12:33
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ÖW rechnet heuer mit vier- bis fünf-prozentigem Wertschöpfungsplus - Smeral: Terrorangst beschert Österreich heuer erneut Zuwächse

Wien - Österreichs Touristiker erwarten nach dem letzten Rekord-Winter für die Wintersaison 2001/03 erneut Zuwächse. "Die Buchungslage ist gut, für die Weihnachtsfeiertage sehr gut. Wenn uns der Wettergott etwas hold ist, werden wir das beste Winterergebnis aller Zeiten einfahren", sagte der Geschäftsführer der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher . Die ÖW rechne mit einem Wertschöpfungsplus von 4 bis 5 Prozent.

Ebenso optimistisch ist auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo): "Für die angelaufene Wintersaison erwarte ich erneut ein Umsatzplus in der Größenordnung von fünf Prozent und einen leichten Nächtigungszuwachs", stellte Wifo-Tourismusexperte Egon Smeral auf APA-Anfrage fest. Die "latent vorhandene Terrorangst" werde sich - wie schon im vergangenen Winter - positiv auf den österreichischen Incoming-Tourismus auswirken: "Österreich ist nach und sicher und mit dem Auto erreichbar", so Smeral. Die Konjunkturschwäche werde Österreichs Wintertourismus kaum treffen, da Skitouristen vorwiegend aus der "höheren Einkommensschicht" kämen.

Verkehrsbüro hofft auf "leichte Zuwächse"

Auch das Österreichische Verkehrsbüro, deren Tiroler Tochter Eurotours der größte Incomer ist, hofft auf "leichte Zuwächse" im Vergleich zur hervorragenden Wintersaison 2001/02. Während bei Gästen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden Zuwächse verzeichnet würden, sei die Zahl der Winterurlauber aus Deutschland - dem Hauptherkunftsmarkt - auf Grund der "angespannten wirtschaftlichen Situation" hingegen rückläufig, sagte Pressesprecher Andreas Zenker.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Buchungslage über Weihnachten und Silvester sei das Wetter: "In den nächsten 14 Tagen brauchen wir unbedingt Schnee, oder zumindest kalte Temperaturen, damit Schneekanonen eingesetzt werden können", so Zenker. Einen Wermutstrofen sieht das Verkehrsbüro darin, dass der 8. Dezember heuer ein Sonntag sei und damit ein traditionell gut gebuchtes verlängertes Wochenende wegfalle.

Weiter Freude an Fernreisen

Die Freude an Fernreisen scheint bei den Österreichern heuer trotz Terrorangst ungebrochen. "Wir orten einen gewissen Nachholbedarf für 2003, der schon jetzt spürbar ist", sagte ÖVB-Vertriebschef Hans Jörg Preiss. Besonders gut nachgefragt seien "weite und teure Reisen", während billigere Destinationen schwächer gebucht seien. Die Renner seien Malediven, Kuba, die Dominikanische Republik und Mexiko, bei den näheren Zielen verzeichne man bei Ägypten überdurchschnittliche Zuwächse.

Man merke, dass sich Urlauber mit generell knappem Finanzbudget - besonders Familien - in der ersten Jahreshälfte bei Eurobudget übernommen hätten und sich nun keinen Urlaub über Weihnachten mehr leisten könnten, berichtete Preiss. Überhaupt würden Urlaube über Weihnachten und Silvester auf Grund des Preiszuschlags nicht mehr so stark gebucht wie noch vor etwa drei, vier Jahren, sondern eher ins neue Jahr verlegt. Mehrtägige Städtereisen über Silvester würden sich hingegen weiterhin großer Beliebtheit erfreuen. Insgesamt erwartet das Verkehrsbüro in der angelaufenen Wintersaison im Segement Auslandsreisen leichte Zuwächse von drei bis vier Prozent gegenüber dem - relativ schwachen - Vorjahr.

Die vergangene Wintersaison 2001/02 hatte Österreich einen Zuwachs bei den Nächtigungen von 1,8 Prozent auf 56,26 Millionen gebracht. Die Umsätze stiegen nominell um 4,5 - inflationsbereinigt um 2,5 - Prozent auf 8,7 Mrd. Euro und damit deutlich stärker als die gesamte Wirtschaftsleistung. Die gesamte Wertschöpfung aus dem Tourismusbereich stieg um 4,2 Prozent auf 10 Mrd. Euro.(APA)

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