Vivendi schlägt Vodafone in die Flucht

3. Dezember 2002, 20:58
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Französischer Medienkonzern macht von Vorkaufsrecht Gebrauch und entscheidet Kampf um Telefongesellschaft Cegetel für sich

Paris - Der hochverschuldete Medienkonzern Vivendi Universal hat den Kampf mit der britischen Vodafone um die Telefongesellschaft Cegetel für sich entschieden. Vivendi Universal werde den 26-prozentigen Anteil der British Telecom an Cegetel für vier Milliarden Euro übernehmen, hieß es am Dienstag in Paris nach einer Sitzung des Verwaltungsrates.

Damit hat Vivendi von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und kann so die Offensive des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone zurückweisen, der seinerseits die 15 Prozent Cegetel-Anteile der amerikanischen Gruppe SBC Communications übernimmt.

Der Vivendi-Anteil an seiner Filiale Cegetel steigt so von 44 auf 70 Prozent. Der Anteil an dem von Cegetel kontrollierten zweitgrößten französischen Mobilfunkanbieter SFR steigt von 35 auf 56 Prozent. Das hochprofitable Unternehmen SFR kann Vivendi Universal bei der Überwindung seiner Liquiditätskrise helfen. In diesem Jahr sollen auf diese Weise 1,2 Milliarden Euro in die leeren Vivendi-Kassen fließen.

"Dies ist die erste gute Nachricht nach langer Zeit", sagte ein Betriebsrats-Sprecher von Vivendi Universal. Vodafone, mit 15 Prozent an Cegetel beteiligt, wollte mit der Übernahme sein europaweites Mobilfunknetz mit Frankreich komplettieren. Bereits Ende Oktober hatte Vivendi ein Übernahmeangebot von Vodafone für die 44 Prozent Anteile von Vivendi an Cegetel in Höhe von 6,77 Milliarden Euro mit der Begründung abgelehnt, es entspreche nicht dem Wert von Cegetel.

Vivendi Universal will bis Ende 2004 seine Schulden auf unter acht Milliarden Euro drücken und bis dahin Firmenanteile im Wert von 16 Milliarden Euro verkaufen, wozu auch die Umweltsparte Vivendi Environnement gehört. (APA/dpa)

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