Kassen rittern um Gunst der Kunden

3. Dezember 2002, 12:14
posten

Konkurrenzkampf um Mitarbeitervorsorge entbrannt - ÖVK bessert Konditionen nach

Wien - Der Konkurrenzkampf unter den Mitarbeitervorsorgekassen um die Gunst der Kunden nimmt knapp vor dem Start am 1. Jänner 2003 zu. Nach der VBV verbessert auch die zur Raiffeisen-Gruppe zählende ÖVK Vorsorgekasse ihre Konditionen. Sie sichert ihren Kunden nun eine automatische Verwaltungskostensenkung von 2,9 auf 1,9 Prozent zu, sollte die von ihr bis 2005 garantierte Zinsgarantie ab 2006 einmal nicht verlängert werden. Attraktiver soll die von der ÖVK angebotene "Raiffeisen-Mitarbeitervorsorge" auch durch die Hereinnahme der Barauslagen in die Vermögensverwaltungs-Vergütung werden.

ÖVK-Chef Nicolaus Hagleitner bekräftigte in einer Pressemitteilung vom Dienstag gleichzeitig, dass die ÖVK "jedenfalls an der Zinsgarantie festhalten will". Mit den neuen Bedingungen würden die Kunden "in jedem Fall" profitieren, durch die Zinsgarantie selbst und - auch wenn sie einmal keinen Sinn mehr machen sollte (etwa bei anhaltend hohen Marktzinsen) - durch die automatische Verwaltungskostensenkung, so Hagleitner.

Die ÖVK sichert ihren Kunden eine Zinsgarantie von jährlich 3 Prozent bis Ende 2005. Danach soll die Garantie angepasst an die Zinslandschaft jährlich verlängert werden. Damit soll den Kunden in einem möglichen schwierigen Veranlagungsjahr eine "ansprechende Performance statt möglicher Verluste" gebracht werden. Die ÖVK ist nach eigenen Angaben die einzige Vorsorgekasse mit Zinsgarantie sowie der einzige Anbieter, der seine Kunden nicht für die Übertragung von Altanwartschaften zur Kasse bittet.

Die Barauslagen für Depotgebühr, Transaktionskosten, Portospesen usw. werden ab sofort in die Vermögensverwaltungs-Vergütung inkludiert. "Damit erspart die ÖVK ihren Kunden nicht nur Kosten von mindestens 0,1 Prozent, sondern befreit sie auch von der Unsicherheit über künftige Belastungen", erklärt Hagleitner. Die Vermögensverwaltungs-Vergütung werde jährlich vom Gesamtvermögen berechnet und schlage daher unmittelbar auf die Performance durch. Bei diesem daher wesentlichsten Wert unter den Konditionen sei die ÖVK mit 0,7 Prozent bereits bisher unter den günstigsten Anbietern gewesen.

Bereits gestern hat wie berichtet die VBV, an der unter anderem Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische beteiligt sind, ihre Preise gesenkt. Für laufende Verwaltungskosten zahlen VBV-Kunden nun 2003 ein Prozent und dann 2,5 Prozent ab 2004. In der Folge werden die Gebühren jedes vierte Jahr um 0,25 Prozentpunkte bis auf den Sockelsatz von 1,5 Prozent (vorher 1,7 Prozent) gesenkt. Für die Übertragung von "Abfertigung Alt" nach "Abfertigung Neu" ist eine Gebühr von 0,5 Prozent - maximal 250 Euro - zu entrichten. (APA)

  • Artikelbild
    montage: derstandard.at
Share if you care.