Gefahrenpotential verkannt: Der Speiseröhrenkrebs

3. Dezember 2002, 12:32
posten

Entstehen kann er infolge einer Reflux-Erkrankung. Deren Ursachen wiederum sind vielfältig, die Symptome scheinen harmlos zu sein

München - Eine besondere Form des Speiseröhrenkrebses, das Adenokarzinom, nimmt nach Angaben des Münchner Chirurgen Prof. Rüdiger Siewert in Deutschland dramatisch zu. Jährlich erkrankten rund 1.000 Menschen neu an diesem Krebs, überwiegend Männer.

Die meisten Patienten leiden im Frühstadium an Sodbrennen und Aufstoßen. Ursachen seien Übergewicht, falsche Ernährung und Alkoholgenuss, sagte Siewert am Montag in München. Zu einer Reflux-Erkrankung kann es auch durch einen Zwerchfellbruch kommen.

An Adenokarzinom erkrankte Menschen hätten schlechte Überlebenschancen. Die Wahrscheinlichkeit, nach der Krebsdiagnose noch fünf Jahre zu leben, liege deutlich unter zwanzig Prozent.

Das Adenokarzinom - auch "Barrett-Karzinom" genannt - entwickelt sich auf dem Boden der so genannten Refluxkrankheit. Dabei gelangt Mageninhalt in die untere Speiseröhre, wodurch es zu einer krankhaften Schleimhautveränderung kommt. Chronischer Reflux kann dann zur Krebserkrankung führen. Da die wichtigsten Risikofaktoren und Vorstufen des Adenokarzinoms bekannt seien, böten sich gute Ansätze zur Früherkennung und Vorbeugung. Deshalb sollten bei Refluxsymptomen häufiger Spiegelungen der Speiseröhre erfolgen, forderte Siewert. (APA/dpa/red)

  • Artikelbild
    derstandard.at
Share if you care.