München: Andrea John holt Platz zwei im Grand Prix Special

2. September 2004, 14:07
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Beim Finale der Riders Tour schlugen sich Österreichs Spring- und Dressurreiter wacker - die großen Siege gingen an Marcus Ehning und Ulla Salzgeber

Das CSI-A/CDI*** von München, das diesmal von 28. November bis 1. Dezember über die Bühne ging, hat sich in den letzten Jahren unter dem Pseudonym „Munich Indoors" ganz schön gemausert – und diesmal glänzte es zudem als Austragungsort des Finales der Riders Tour 2002 in Springen und Dressur, bei der es um ein Preisgeld von rund 900.000,– Euro ging.
Mit dem großen Geld hatten die Österreicher, die bei diesem Turnier an den Start gingen, zwar nichts zu tun – aber sie konnten immerhin durch gute Leistungen auf sich aufmerksam machen. Einen geradezu sensationellen Erfolg konnte insbesondere die Dressurreiterin Andrea John auf ihrem Schimmelwallach Hermes verbuchen: Nach Platz acht im Grand Prix entschied sie sich für die Teilnahme am Special und wurde dort hinter der für Irland startenden Anna Merveldt-Steffens famose Zweite, noch vor der Ukrainerin Olga Klimko/Bosporus S.
Der Sieg in der Grand Prix Kür, zugleich fünfte und letzte Wertungsprüfung der Riders Tour Dressur, ging – wie schon die vier Stationen zuvor – an Ulla Salzgeber, die in München den russischen Wallach Wall Street gesattelt hatte und sich somit auch über den Gesamtsieg in der Riders Tour Dressur und einen Scheck über 100.000,– Euro freuen durfte. Platz zwei in der Kür ging an Heike Kemmer, Hubertus Schmidt wurde Dritter.

Husarenritt von Ehning

Um noch viel mehr Geld ging es bei den Springreitern. Bei der neunten und letzten Wertungsprüfung der Riders Tour, dem Große Preis von München, schafften insgesamt neun Reiter den Einzug ins Stechen – und einer schlug sie alle: Marcus Ehning ging mit seinem mittlerweile schon 16 Jahre alten Hannoveraner-Hengst For Pleasure volles Risiko, wagte unglaubliche Wendungen und zog mit einer Zeit von 33,39 Sekunden fehlerfrei durchs Ziel – die 7.000 Besucher in der Olympiahalle tobten! Dem Husarenritt von Ehning vermochte niemand etwas entgegenzusetzen – der Zweitplazierte Christian Ahlmann kam mit seinem Holsteiner Cöster zwar ebenfalls fehlerfrei ins Ziel, war jedoch um fast fünf Sekunden (!) langsamer als sein Landsmann (0/38,17) – eine Ewigkeit im modernen Springsport. Dritte wurde die für Bulgarien startende Samantha McIntosh auf ihrer französisch gezogenen neunjährigen Stute Hildon Fleche Rouge (0/40,27).
Der Sieg brachte Ehning nicht nur ein Preisgeld von 12.500,– Euro, sondern auch den besagten Sprung von Platz fünf auf Platz drei der Riders Tour-Endwertung: Das Risiko hat sich also gelohnt! Gelohnt hat sich München vor allem für einen: Ludger Beerbaum wurde im Anschluß an den Großen Preis (für den er sich im übrigen gar nicht qualifiziert hatte) als „Rider of the year" und Sieger der Riders Tour-Gesamtwertung geehrt und erhielt den Siegerscheck von 250.000,– Euro. Platz zwei und 150.000,– Euro gingen an Christian Ahlmann, Platz drei eroberten ex aequo Marcus Ehning und die Schwedin Malin Baryard – sie teilen sich das Preisgeld von Platz drei und vier (100.000,– + 50.000,– Euro), erhalten also je 75.000,– Euro.

Die Österreicher

Für den Großen Preis von München hatten sich auch zwei ÖsterreicherInnen qualifiziert: Julia Kayser musste mit H.B.C Milwaukees Kit im Grundparcours einen Abwurf hinnehmen, durfte aber mit dem 16. Endrang sehr zufrieden sein – zufriedener jedenfalls als Hugo Simon, der nach Abwürfen mit Explosiv im Grundumlauf aufgab und nur als 27. und vorletzter in die Wertung kam.
Besser ging es Hugo im Munich Indoors Gold Cup, den er 2001 gewinnen konnte – hier wurde er mit Explosiv ausgezeichneter Siebter. Bereits zuvor war Hugo im Eröffnungsspringen Vierter und im Golden Toast Preis 14. geworden – eine durchaus respektable Bilanz für den 60jährigen Routinier.
Julia Kayser konnte zudem mit Milwaukees Kit Platz 17. im Audi Championat erobern, in diesem Bewerb kam Hugo Simon mit Coco Chanel auf Platz 28 und Astrid Wöss mit Vasco da Gama auf Rang 31 – sie verpasste damit hauchdünn die Qualifikation für den Großen Preis: Schade!
LP/Pferderevue

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    Andrea John und ihr Schimmel Hermes konnten auch in München glänzen – das schicke Paar belegte im Grand Prix Special den sensationellen zweiten Rang!

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