"Pro Wildlife": Braunbär durch Jagdquote in Slowenien gefährdet

2. Dezember 2002, 15:19
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Hundert erlegte Tiere pro Jahr laut deutschen Tierschützern unverantwortlich

München - Die deutsche Tierschutzorganisation "Pro Wildlife" sieht den Bestand der europäischen Braunbären akut gefährdet. Grund dafür sei, dass Slowenien die Jagdquote für diese Tiere von bisher rund fünfzig auf das Doppelte erhöht habe. In Slowenien leben nach Angaben der Organisation vom Montag nur rund 320 erwachsene Braunbären. Immer wieder wandern manche der Tiere auch in Kärnten ein.

Wegen der intensiven Jagd lebten in Slowenien in den fünfziger Jahren nur noch etwa 25 Braunbären. Die Population konnte seitdem nur durch strenge Schutzmaßnahmen wieder anwachsen. Die nun gesetzte Jagdquote von rund 100 Tieren sei unverantwortlich, sagte Wildlife-Biologin Daniela Freyer in München.

Die Organisation habe deshalb gemeinsam mit 37 internationalen Verbänden bei der slowenischen Regierung protestiert. Gleichzeitig forderten sie die EU auf, den Import von Braunbären-Trophäen aus Slowenien zu stoppen und das Land als Beitrittskandidaten zum Überdenken seiner Entscheidung zu zwingen. (APA/dpa)

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