Ein "Pickerl" fürs eigene Wohlbefinden

14. Februar 2003, 15:26
3 Postings

Selbst-Coaching kann helfen, die steigenden Anforderungen in Privat- und Berufsleben besser zu managen

Von der Kundenberaterin über die Vorstandsassistentin bis zur OP-Schwester - Frauen aus den unterschiedlichsten Branchen, haben sich zum Seminar für Selbstcoaching eingefunden. So unterschiedlich die Jobs, so ähnlich ist ihr Ziel: Sich selbst besser führen lernen, mit den eigenen Ressourcen besser umgehen können, beruflich und/oder privat, um die ständig steigenden Anforderungen besser bewältigen zu können – kurz: durch Selbst-Coaching mehr Selbstkompetenz zu erlangen.

Anleitung zur Selbsthilfe

„Selbstcoaching ist keine Psychotherapie und auch keine Strategie nur für Top-Manager, sondern eine Hilfe für alle, die bereit sind, an sich zu arbeiten“, erklärt Trainerin Sonja Littig-Wengersky. „Es unterstützt uns dabei, uns selbst, unsere Gefühle, Gehirn, Körper, besser wahrzunehmen und zu organisieren.“ Von Zeit zu Zeit habe jede/r einen Check nötig – sei es, um sich wieder mehr persönliche Freiräume zu schaffen, den eigenen Weg neu zu überdenken und sich andere Sichtweisen zu eröffnen: „Das Auto wird brav jedes Jahr zum Pickerl gebracht – aber wie oft holen Sie sich ein Pickerl für sich selbst? Für ihre Persönlichkeit? Ihr Wohlbefinden?“

Viele Wege führen ans Ziel

Die Seminar-Teilnehmerinnen haben verschiedene Anliegen und Ziele: sei es der Wechsel in einen neuen Job oder der Umstieg in eine andere Branche, für den frau gewappnet sein will, eine Position im Unternehmen, die angestrebt wird, mehr Gelassenheit im Alltag, mehr Zeit fürs Privatleben oder auch einfach nur abzunehmen um sich wohler zu fühlen. <>< bei="" vielen="" fragen="" bietet="" sich="" ein="" coaching="" durch="" eine="" außenstehende="" person="" an="" –="" der="" coach="" führt="" durch="" aktive="" fragestellungen="" mithilfe="" psychologischer="" techniken="" an="" die="" in="" uns="" schlummernden="" ressourcen="" und="" lösungen="" heran,="" ohne="" aber="" tipps="" oder="" ratschläge="" zu="" geben.="" viel="" können="" wir="" aber="" auch="" alleine="" lösen,="" indem="" wir="" die="" aufgaben="" des="" coach="" selbst="" übernehmen,="" so="" littig-wengersky:="" „selbst-coaching="" ist="" ein="" hervorragendes="" mittel="" für="" die="" persönliche="" standortbestimmung="" und="" zieldefinition,="" um="" die="" eigenen="" stärken="" zu="" erkennen="" und="" zu="" verstärken="" oder="" um="" behutsam="" an="" schwächen="" zu="" arbeiten,="" dort,="" wo="" es="" notwendig="" ist.“="" voraussetzung="" sei="" der="" wille,="" an="" sich="" zu="" arbeiten,="" selbstmotivation="" und="" eine="" gute="" portion="" geduld,="" so="" die="" trainerin:="" „selbstcoaching="" irritiert="" auch="" manchmal="" und="" manche="" erkenntnisse="" sind="" sicher="" unbequem,="" aber="" es="" führt="" immer="" zu="" dem,="" was="" ich="" ohnehin="" schon="" in="" mir="">

Antreiber und Erlauber

Eine Kernfrage beim Selbst-Coaching sei zum Beispiel die nach den „inneren Antreibern“, die unser Handeln tagtäglich beeinflussen, wie etwa „Sei perfekt“, „Mach schnell“, „Streng Dich an“ oder „Mach es allen recht“. Diese gilt es genauer anzusehen und festzustellen, was sie auslösen, wie sie uns am Weiterkommen behindern, welche Vor- und Nachteile die Befolgung des Antreibers in welcher Situation bieten. Dort, wo sie sich negativ auswirken, können sie durch „Erlauber“ ersetzt werden, etwa „Mache es allen recht“ durch ‚Ich darf es auch mir recht machen‘. „Das ist zwar schneller gesagt als getan, aber jeder ‚Erlauber‘ führt mich letztlich immer ein Stück mehr zu mir selbst und meinen Zielen“, sagt Littig-Wengersky.

Eine andere Hilfe sind sogenannte "mentale Marker", also Affirmationen, persönlich zusammengestellte Sätze und ermutigende Mottos, die frau sich in bestimmten Situationen vorsagt oder an einen bestimmten Platz in der Wohnung heftet, wo sie jederzeit sichtbar sind und immer wieder gelesen werden, bis sie "ins Blut" übergehen. Das stärkt und gibt Selbstvertrauen.

Selbstmarketing gegen falsche Bescheidenheit

Ein Thema, dass gerade von Frauen in ihren Seminaren sehr oft angesprochen werde, sei auch Selbstmarketing: „Bescheidenheit ist eine typisch weibliche Eigenschaft, Selbstcoaching kann hier helfen, sich und die persönlichen Fähigkeiten besser zu verkaufen“, so die Trainerin. Außerdem habe sie die Erfahrung gemacht, dass Frauen viel mehr das Gefühl haben, für alles verantwortlich zu sein, auch wenn es vielleicht gar nicht von Ihnen verlangt wird. „Ein Selbst-Check hilft, herauszufinden, was von den vielen auferlegten Pflichten wirklich Priorität hat und wo die eigentlich wichtigen Dinge zu kurz kommen.“

Im Vergleich zum Coaching ist Selbst-Coaching zeit- und kosteneffizienter, und jederzeit und fast überall durchführbar, was zum Beispiel auch Frauen mit geringem Einkommen oder Doppelbelastung die Möglichkeit gibt, sich in ihrer oft limitierten Freizeit persönlich weiterzuentwickeln. Jene, die sich Seminare nicht leisten können oder wollen finden auch in Büchern Tipps und Hilfestellungen. Eines davon hat Trainerin Littig-Wengersky kürzlich selbst auf den Markt gebracht: In „Selbst-Coaching – Anleitung zum Glücklich-Sein“ (siehe Kasten) bietet sie den LeserInnen ein praktisches Arbeitsprogramm mit Inhalten aus ihrer zehnjährigen Trainerinnenerfahrung, darunter Checklisten, Übungen, Arbeitsblätter und wertvolle Tipps. Sie erklärt ausführlich Nutzen und Methoden des Selbst-Coaching und unterstützt bei der Suche nach Coaches, Seminaren und weiterführender Literatur. (isa)

Buchtipp:
Sonja Littig-Wengersky:
"Selbst-Coaching -
Anleitung zum
Glücklichsein",
Wien 2002,
137 S., 22 Euro
ISBN 3-9501641-0-3
Bestellung z.B. bei der Autorin selbst via
E-Mail

Seminare speziell für Frauen zum Thema veranstaltet u.a. das Institute for International Research (IIR) -
LINK:
www.iir.at

  • Artikelbild
    foto: fotodisc
  • Artikelbild
    cover: littig
Share if you care.