Zweite Afghanistan-Konferenz eröffnet

2. Dezember 2002, 11:26
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Delegationen aus 32 Ländern bilanzieren Wiederaufbau und beraten über nächste Schritte

Berlin - Auf dem Petersberg bei Bonn hat am Montag die zweite internationale Afghanistan-Konferenz begonnen. Ein Jahr nach der Afghanistan-Konferenz am selben Ort wollten die afghanische Regierung und Vertreter von 32 Nachbarländern und Geldgebern eine Bilanz des Wiederaufbaus ziehen und über die nächsten Schritte bis zur Wahl Mitte 2004 beraten. Eröffnet wurde die eintägige Konferenz vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Neben Afghanistans Präsident Hamid Karsai und weiteren Mitgliedern der afghanischen Regierung nehmen auch der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi und weitere Vertreter der Vereinten Nationen teil.

Vor einem Jahr war auf dem Petersberg ein Abkommen zur politischen Zukunft Afghanistans unterzeichnet worden, das unter anderem demokratische Wahlen im Jahr 2004 vorsieht. Die Nachfolge-Konferenz soll sicherstellen, dass der Prozess des Wiederaufbaus in Afghanistan weitergeht und von der internationalen Gemeinschaft weiter unterstützt wird.

Schröder hob zum Auftakt hervor, dass bisher erreichten Erfolge nur durch "schmerzhafte Kompromisse" erzielt wurden. Einigkeit und Toleranz seien auch für weitere Erfolge notwendig. Es gehe um einen langwierigen Prozess, bei dem Geduld notwendig sei. Im Mittelpunkt stehen dabei der Aufbau einer afghanischen Armee und einer funktionierenden Polizei, die Bekämpfung des Drogenanbaus sowie die Umsetzung von Menschen-, speziell Frauenrechten.

Im Dezember letzten Jahres hatten die afghanischen Volksgruppen kurz nach dem Sturz der radikal-islamischen Taliban ebenfalls auf dem Petersberg unter Aufsicht der Vereinten Nationen eine Übergangsregierung gebildet. Sie beschlossen auch einen politischen Fahrplan bis zu freien Wahlen im Jahr 2004. (APA/dpa/AP)

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    Eine Fahne mit dem UN-Wappen weht in Bonn am Fuße des Petersbergs, wo ein Jahr nach der historischen Afghanistan- Konferenz eine Folgekonferenz am Montag die Weichen für eine Stabilisierung des vom Krieg zerstörten Landes stellen soll. Aus Furcht vor Terroranschlägen gilt um das Gästehaus Petersberg die höchste Sicherheitsstufe und zudem ein Überflugverbot.

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