Erster Einkaufssamstag ließ Händleraugen glänzen

2. Dezember 2002, 19:51
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Kauflaune bescherte kräftige Zuwachsraten

Wien - "Es war ein zufrieden stellender Start", resümiert Roman Seeliger, stellvertretender Handelssyndikus in der Wirtschaftskammer Österreich, die Zahlen über den ersten Einkaufssamstag vor Weihnachten in Österreich, die ihm das Institut für Gewerbe- und Handelsforschung am Montag zukommen ließ.

Auf dem Papier findet er ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Was angesichts der Flaute im ersten Halbjahr eine kleine Sensation wäre, gäbe es nicht gewichtige Gründe, die das Plus relativieren, so Seeliger. Erstens: "Der erste Einkaufssamstag 2001 war der 24. November, da hatten die Leute noch nicht das Weihnachtsgeld auf dem Konto, heuer am 30. schon." Zweitens falle 2002 der 8. Dezember als Einkaufstag weg, da der Feiertag heuer ein Sonntag ist.

"Optimismus bestärkt"

Trotzdem: Dieses erste Umfrageergebnis hätten auf jeden Fall "unseren Optimismus bestärkt", so Seeliger. Und man liege immerhin ungefähr auf dem Niveau des ersten Einkaufssamstagens des Jahres 2000, eines wirtschaftlichen Boomjahres, bestätigt IfGH-Forscher Peter Voithofer auf STANDARD-Anfrage. Seeliger rechnet also weiter damit, dass das Vorjahresergebnis beim Geschäft mit dem Fest - rund 1,45 Mrd. Euro - heuer gehalten werden kann.

Schlecht gingen die Geschäfte mit vom Winterwetter abhängigen Waren wie Skiern und Wintertextilien sowie mit Goldschmuck. Silber- und Stahlschmuck hingegen verkaufte sich besser, ebenso wie modisches Schuhwerk sowie alles, was mit digitaler Unterhalungselektronik zu tun hat (Kameras und DVD-Player).

Schillingmassen

Bei der Bekleidungskette C&A klingelte es am ersten Einkaufssamstag auf eine altmodische Art und Weise: Durch eine Marketingaktion nahm man auch den alten Schilling noch einmal als Zahlungsmittel an. Absolute Zahlen wollte C&A-Sprecher Herbert Asamer nicht nennen, doch zwischen "ein und zehn Prozent des Umsatzes, je nach Filiale" sei mit Schillingen bestritten worden. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe 3.12.2002)

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    Einkäufer auf der Wiener Kärntner Strasse

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