Mehrheit möchte "eher" umsteigen

1. Juli 2004, 11:19
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Studie ortet Informationsdefizite

Wien - Die Mehrheit oder 58 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer möchte "eher" auf das neue Abfertigungsmodell umsteigen, obwohl 47 Prozent der Beschäftigten nicht abschätzen können, welche Vorteile die Neuregelung mit sich bringt. Wie eine Untersuchung des Marktforschungsinstitutes Focus im Auftrag der Generali Versicherung ergab, wurden nur 20 Prozent der Mitarbeiter von ihrem Unternehmen und gar nur 7 Prozent vom Betriebsrat über das neue Abfertigungsmodell informiert. Hingegen erhielten 83 Prozent der Befragten Informationen über Medien.

"Noch einiges an Informationsarbeit zu leisten"

Insgesamt kannten 85 Prozent der befragten Arbeitnehmer die neue Abfertigungsregelung nach einleitender Erklärung - spontan war die neue Regelung nur für 77 Prozent der Personen ein Begriff. Jedoch würden nur 41 Prozent der Mitarbeiter von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich das Geld bei einem Jobwechsel auszahlen zu lassen - 59 Prozent würden das Geld lieber im "Rucksack-Prinzip" zum nächsten Job mitnehmen, ging aus der Focus-Studie hervor. "Hier ist noch einiges an Informationsarbeit zu leisten", so Generali/Interunfall-Chef Hans Peer. Er meint damit, dass die Gelder verstärkt in andere Vorsorgeinstrumente wie beispielsweise Lebensversicherungen investiert werden sollten.

Positive Bewertung bei Jungen

Junge Leute unter 29 Jahren bewerten die neue Regelung deutlich positiver (62 Prozent Vorteile) als ältere Mitarbeiter (34 Prozent Vorteile). Besonders Menschen, die schon seit 16 oder mehr Jahren in dem selben Betrieb arbeiten, sehen im neuen Modell wenig Vorteile (35 Prozent), während Betriebsneulinge die Änderung überwiegend positiv beurteilen (61 Prozent).

Lediglich 63 Prozent der Befragten haben angegeben, eine private Altersvorsorge zu besitzen. Am stärksten vorgesorgt haben die 30- bis 39-jährigen Mitarbeiter. Deshalb ortet die Generali noch großes Potenzial für private Vorsorgelösungen - "insbesondere bei den jüngeren Semestern", meinen die Versicherungsexperten.

Im Zusammenhang mit der Einführung der "Abfertigung neu" hat die Generali auch die Bereitschaft der Arbeitnehmer zu einem Jobwechsel in den nächsten ein bis zwei Jahren untersucht. Nur 12 Prozent haben vor, in diesem Zeitraum ihren Arbeitgeber zu wechseln, was sicherlich auf die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück zu führen ist. (APA)

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