Die Isel schützen

2. Dezember 2002, 10:25
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Tiroler Umweltorganisationen fordern Status des "Natura 2000-Gebiets" für den Gletscherfluss

Innsbruck - Die Isel, der größte Gletscherfluss südlich der Alpen, soll als so genanntes Natura 2000-Gebiet in das europaweite Naturschutznetz aufgenommen werden. Das forderten erneut der Umweltdachverband, das Kuratorium Wald, der Österreichische Alpenverein (OeAV) und der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Die Umweltorganisationen verwiesen auf eine neue vom OeAV in Auftrag gegebenen Studie mit dem Titel "Die Deutsche Tamariske an der Isel". Diese Pflanze sei vom Aussterben bedroht und "ökologisch wichtig". Gemäß den Natura 2000-Richtlinien der EU sei die Pflanze daher zu schützen. Die Landesregierung forderten die Organisationen einmal mehr zum Handeln auf. "Die Isel muss entweder freiwillig als Natura 2000-Gebiet gemeldet werden oder es droht eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof", stellten die Umweltorganisationen klar. Das Land sei bereits von der Europäischen Kommission aufgefordert worden, entsprechende Untersuchungen an der Isel vorzunehmen. Bisher würden keine Ergebnisse vorliegen, kritisierten die Verbände.

Meinungsstreit

"Die vorliegende Studie bringt Klarheit in den Meinungsstreit zwischen den Naturschützern und der Landesregierung", sagte Wolfgang Retter vom Verein zur Erhaltung der Erholungslandschaft Osttirol. Das Land sei seiner Untersuchungspflicht nicht nachgekommen. Die Organisationen hätten daher eine Beschwerde an die Europäische Kommission wegen Nichtnominierung der Isel gerichtet.

An der Isel gibt es nach Angaben der Umweltorganisationen die einzigen bedeutenden Vorkommen der Tamariske in den Zentralalpen. Auf 26 Flusskilometern zwischen Matrei in Osttirol und Lienz sei eine Gesamtfläche von zwölf Hektar der "Deutschen Tamariske" festgestellt worden. "Die Vorkommen dieser einzigartigen und absolut zu schützenden Pflanzenart sind zumindest mit jenen am Lech vergleichbar", sagte Peter Haßlacher vom OeAV. Der Fluss im Außerfern sei "nach größtem Druck" durch die Europäische Kommission als Natura 2000-Gebiet gemeldet worden. (APA)

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