Migrantenkinder haben es schwerer

4. Dezember 2002, 12:39
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Internationale Unicef-Studie zu "Benachteiligungen im Bildungsbereich" - Die Studie zum Download

Wien/Florenz - Kinder aus Migrantenfamilien sind im internationalen Vergleich an österreichischen Schulen stärker benachteiligt als in den meisten anderen OECD-Staaten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef über "Benachteiligungen im Bildungsbereich". Untersucht wurden dabei neben Fähigkeiten im Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaften auch die Leistungsunterschiede innerhalb der einzelnen Staaten.

Insgesamt schneidet Österreich dabei recht gut ab und belegt den sechsten Platz - die wenigsten Benachteiligungen gibt es demnach in Südkorea, Japan und Finnland, die meisten in Portugal, Griechenland, Italien und Spanien. Für die Erhebung kombinierte die Unicef Daten aus dem Programme for International Student Assessment (Pisa) und den Trends in International Maths and Science Study (TIMSS). Daraus wurde eine Tabelle erstellt, in der 24 Industriestaaten nach dem Prozentsatz jener 14- bis 15-jähriger Schüler gereiht werden, deren Fähigkeiten unter einem international fixierten Wert liegen.

Einen "Ausreißer" bei den relativ guten Ergebnissen Österreichs bildet der Umstand, dass die Benachteiligungen für Kinder aus Migrantenfamilien dreimal so hoch wie in anderen Staaten sind. So können in Österreich 40 Prozent der Migrantenkinder nur schlecht lesen, in den "Musterländern" Kanada und Australien hingegen sind dies nur zwölf bzw. 14 Prozent - und dies, obwohl dort in den Schulen doppelt so viele Migrantenkinder sitzen wie in Österreich. (DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2002)

  • Die komplette Unicef-Studie "Educational Disadvantage in Rich Nations"

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