Regierungspartei FPÖ muss steilen Absturz hinnehmen

26. August 2003, 18:52
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Hat seit 1999 keine Wahlen mehr gewonnen

Wien - Ihre zweite Regierungsbeteiligung hat der FPÖ alles andere als Glück gebracht. Sie hat seither alle Wahlen verloren. Und die schwere Krise, in die sie wegen der Differenzen zwischen den Regierungs-Pragmatikern um Susanne Riess-Passer und deren Kritikern um Jörg Haider zuletzt gestürzt war, hat sie von ihrem 1999 erreichten historischen Hoch tief abstürzen lassen. Sie liegt mit dem heute, Sonntag, erreichten Ergebnis von 10,16 Prozent (vorläufiges Endergebnis ohne Wahlkarten) nur mehr knapp über dem Stand des Jahres 1986.

Mit 26,91 Prozent und Platz zwei knapp vor der ÖVP ging die FPÖ stark wie nie im Februar 2002 die Koalition mit der Volkspartei ein. Jörg Haider, der die Partei seit 1986 von Sieg zu Sieg geführt hatte, überließ Riess-Passer die Funktion der Vizekanzlerin und im Mai 2000 auch die der Parteichefin. Im September 1986, als Haider die FPÖ von Norbert Steger übernahm - und deshalb die damalige Koalition mit der SPÖ platzte - war die FPÖ noch bei 5,0 Prozent gelegen.

Mit dem Eintritt in die schwarz-blaue Koalition endete der Höhenflug der Freiheitlichen. Bei Gemeinderatswahlen - in der Steiermark, Niederösterreich und Vorarlberg - erreichte sie nur dann ein leichtes Plus, wenn sie in mehr Gemeinden als früher antrat. Sehr deutlich war die Abfuhr an die FPÖ schon bei den Landtagswahlen Ende 2000 und 2001, trotz teils intensivem Wahlkampfengagements Haiders: In der Steiermark musste am 15. Oktober 2000 ein Rückgang um 4,7 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent hingenommen werden, am 3. Dezember 2000 in Burgenland einer um 1,9 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent. Am 25. März 2001 erlitt die FPÖ in Wien einen Einbruch um 7,8 Prozentpunkte auf 20,2 Prozent.

Dieses Minus ist im Vergleich zu den heutigen minus 16,8 Prozentpunkten noch gelinde. Mittlerweile hat das "Knittelfelder Treffen" auch zum Rücktritt Riess-Passers, Karl-Heinz Grassers und anderer Freiheitlicher geführt und die Partei an den Rand der Spaltung gestellt. (APA)

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