Jung, mobil, wechselwillig

1. Juli 2004, 11:19
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Ein Systemwechsel kostet, bringt aber Mobilitätsvorteile - Prinzipiell gibt es weniger Geld

Für alle neuen Dienstverträge ab dem 1. 1. 2003 gilt automatisch das neue Abfertigungssystem. Für alle derzeit Beschäftigten oder vor Jahresbeginn 2003 noch eintretenden Arbeitnehmer gilt das bisherige Abfertigungsrecht grundsätzlich unverändert weiter. Für diesen Personenkreis kann aber im Einzelfall die Möglichkeit des Übertritts ins neue System vereinbart werden.

Auch für Wiedereinsteiger (nach Karenz, Präsenzdienst oder bei Wiedereinstellungszusagen mit Vordienstzeitenanrechnung) gilt nach dem 1. 1. 2003 prinzipiell das alte Abfertigungsrecht weiter. Die Umstiegsmöglichkeit ist aber ebenfalls gegeben und muss wie die Höhe der Übertragung von "alten" Abfertigungsbeträgen durch freie und einvernehmliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell festgelegt werden.

Prinzipiell weniger Geld

Wer nennenswerte Abfertigungsansprüche aus dem alten System hat, für den zahlt sich der Wechsel de facto nicht aus. Denn: Im neuen System gibt es prinzipiell weniger Geld. Nach Berechnungen muss nach der neuen Regelung bis zu 37 Jahre gearbeitet und eingezahlt werden, um ein volles durchschnittliches Jahresgehalt als Abfertigung heraus zu bekommen. Nach der alten Regelung war das gesetzlich gesichert und in manchen Kollektivverträgen noch aufgefettet schon nach 25 Jahren der Fall.

Ein Wechsel ins neue System zahlt sich eher für junge, häufiger den Job wechselnde Menschen aus, die den Vorteil des neuen "Rucksackprinzips" nutzen. Dieses Prinzip besagt nichts anderes, als dass die Abfertigungsansprüche auch bei Selbstkündigung nicht verfallen, sondern auf dem Abfertigungskonto stehen bleiben und zum nächsten Arbeitgeber mit genommen werden. Zur Auszahlung der Abfertigung kommt es aber erst bei Kündigung durch den Arbeitgeber und (wie gehabt) erst nach mindestens drei Jahren an Einzahlungen.

Stichtag

Für Wechselwillige ist der früheste Übertritts-Stichtag der 1. 1. 2003, bei einem Vollübertritt ist der späteste Übertritts-Stichtag der 31. 12. 2012.

Bei so genannten Teilübertritten ("Einfrieren"), bei denen die Altansprüche im alten System bleiben und neue Beiträge ab einem bestimmten Tag an die neuen Mitarbeitervorsorgekassen gezahlt werden, gibt es keinen spätesten Übertritts-Stichtag. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 21.11.2002)

Von Michael Bachner
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    foto: der standard/adsy bernart
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