Was treibt Stubenfliegen zum Kreisen?

von Redaktion  |  17. August 2005, 14:05
  • Artikelbild

... und zwar stets auf Höhe der Lampe, selbst wenn die gar nicht eingeschaltet ist?

Gleich eine ganze Reihe von UserInnen hat uns auf ein und dasselbe Phänomen aufmerksam gemacht, das sie unabhängig voneinander festgestellt haben wollen: Fliegen. Im Kreis. Auf Lampenhöhe. Die Fliegen also.

Hmmm? dachten wir uns, die wir darauf bisher nicht wirklich geachtet haben. Doch eine spontane Umfrage in der Redaktion ergab: tatsächlich. Stubenfliegen scheinen eine starke und nicht wirklich erklärliche Vorliebe dafür zu haben, in etwas über zwei Meter Höhe durchs Zimmer zu kreisen - auf Lampenhöhe mithin. Was logisch klingt, wenn man im Hinterkopf behält, welche Myriaden an Insekten jährlich in der fatalen Schönheit des Lampenlichts verbrennen [in Tirol stellt man deshalb jetzt auf weniger attraktive gelbe Straßenbeleuchtung um]. Doch warum tun sie's auch dann, wenn die Lampen nicht eingeschaltet sind? Oder wenn ein Raum gar nicht mit einer Lampe ausgestattet ist?

Für eine(n) derjenigen, die in der einen oder anderen Formulierung die Frage "Warum kreisen Stubenfliegen stets auf Lampenhöhe?" gestellt haben, erhält Thomas Grafl unseren nächsten Buchpreis - sorry für die vom Los Beungünstigten! (red)

druckenweitersagen:
posten
«Posting 26 bis 42 von 42
1 2
wintergreen Infos zum Powerposten | 
19.11.2002 09:00
kk

aber einen faktor, den ich bis dato noch vermisse ist die WAERME.

fliegen suchen waerme - was ja auch der grund ist, warum die sch...dinger im herbst in die wohnung kommen...

lichtquelle (eingeschaltet) = waermequelle
lichtquelle (ausgeschaltet) = ???

koennt ja sein, dass die durchgefuehrten "tests" nach ausschalten des lichts gemacht wurden - also war die lampe noch heiss !

oder aber, und das waer dann ein neues thema (und imho ziemlich weit hergeholt), wir muessen ueber das zwar begrenzte aber doch vorhandene GEDAECHTNIS der fliegen reden. brrrrrrrrr... (da war doch mal eine waermequelle...)

Herbert Laimer 
18.11.2002 17:21
An dieser Stelle...

noch ein Tip zur Eliminierung der Selbigen, den ich von meinem Großvater bekommen habe.
Man muß immer die erste Fliege die in den Raum kommt erschlagen, dann hat man Ruhe vor den Viechern. ;-)

mfG.BB

Pijiu Duoshao Qian Yi Ping?
19.11.2002 10:33
nicht unklug

schließlich ist jede fliege "die erste" wieder wenn ich die davor schon erschlagen habe und keine anderen im raum waren...

:-)

Boris W.
18.11.2002 16:57
Magnetismus

Ich hab mir das hier mal durchgelesen, dachte dann bei chenet "dass ist es!". Aha, dann also doch nicht. also, explorer öffne dich, und bring mich zum allmächtigen google. dieser führte mich zu folgender seite: http://www.fgk.org/01/Berich... ex_d.shtml
hier steht, dass die fliegen scheinbar auf Magnetismus reagieren und deshalb auch um die Lampen kreisen da dadurch ein magnetfeld ensteht, und wenn diese ausgeschaltet ist dort noch ein Rest-Magnetfeld herrscht.

seht selbst nach, klang eigentlich ganz plausibel, erklärt für mich aber auch nicht alles. ist aber ein ansatz!

Big Bad Wolf 
18.11.2002 16:16
Irgendwas kann man im Fernsehn doch lernen.

Hab vor ein paar Tagen einen Bericht darüber gesehen.

Viele Insekten orientieren sich in der Nacht am Mond und am Tag an der Sonne. Wenn eine Fliege geradeaus fliegen will wählt sie zum Beispiel einen 45°-Winkel zum Mond, da der so weit weg ist verändert sich der Winkel nicht, wenn sie weiterfliegt und sie erhält dadurch eine gerade Flugbahn. Leider Sind Zimmerlampen heller als der Mond, ausserdem scheint der in meinem Zimmer sowieso recht selten. Die Fliege orientiert sich daher an der Deckenlampe und versucht ebenfalls, eine gerade Flugbahn zu bekommen. Leider funktioniert der Trick mit dem fixen Winkel im Zimmer aber nicht, da der Abstand zur Lampe viel zu gering ist. Die Fliege muss ihre Flugbahn dauernd korrigieren und landet mit der Zeit unweigerlich auf der Lampe.

So einfach ist das.

Michael Bakunin
18.11.2002 23:09
ausgeschaltet

Dass Insekten ins Licht fliegen ist ja nicht so sonderbar. Aber es geht doch im obigen Artikel darum, dass Fliegen um Lampne fliegen, wenn diese ausgeschaltet sind.

Edmund Sackbauer
18.11.2002 15:40
Paarungsflüge

Was weiter unten schon erwähnt wurde, ist korrekt: Es handelt sich um die kleinere Art von Stubenfliegen (nicht die "klassische"). Die Männchen suchen sich einen Fixpunkt und erklären die Region darum herum zu ihrem "Revier". Sie fliegen in eckiger Bahn um den Fixpunkt herum, vertreiben andere Männchen und warten auf ein Weibchen. Frei hängende Lampen bieten sich als Fixpunkte an, es kann auch ganz was anderes sein. Hat hier nichts mit der Lichtquelle zu tun.

Liebling der Götter 
18.11.2002 14:55
Nur Fliegen fliegen fliegenden Fliegen fliegend nach

Nein, im Ernst: Die gemeine Stubenfliege ist ein domestizierter, seit vielen Jahrtausenden an den Menschen angepasster Vertreter dieser Tierart. Es ist anzunehmen, dass sich dieses Tier seit Anbeginn der Bewohnung von Höhlen und Bauten an diesen Lebensraum optimal angepasst hat (zumal ja aufgrund der hohen Reproduktionsrate auch die Anpassung rasch vor sich geht). Daraus ziehe ich den Schluß, dass sich genau diese Flughöhe als optimal für den "Indoorflug" herausgestellt hat.

Bettina Joseph
18.11.2002 13:40

also irgendwie kommt mir vor, die fliegen fliegen irgendwelche vielecke, zumindest sieht das für mich so aus........

letztens fiel mir eine fliege auf, die ständig gegen die lampe flog, was hatte das zu bedeuten?

jean paul chenet
18.11.2002 13:05
chenet

Die Fliege fliegt nicht näher als 30 cm an ein Hindernis heran. Da sich in einem Zimmer aber meist Gegenstände mit Höhen über 160 cm (Kästen, Stehlampen, Zimmerpflanzen, Menschen, lampen, etc...) über dem Boden befinden, wird höher geflogen. Die Zimmerdecke als nächste Begrenzung ergibt nun eine Flugbahn zwischen 180 und 210 cm (im Schnitt) und da befinden sich nun mal die Lampen. Beobachten sie mal den Küchentisch. Die lästige Fliege fliegt doch glatt immer in Kopfhöhe herum. Die Lampen sind tiefer abgehängt und der Fliege bleibt nur wenig Raum...

L. Bob Rife
18.11.2002 14:15
fliegen..

..müssen einen jeden robotiker doch in den wahnsinn treiben, oder?

und die japaner wollen noch immer gleich einen menschen 'nachbauen' - die sollen es erst einmal bis zu einer fliege schaffen!!

Pablo Picasso
18.11.2002 14:08
naja....

....ein wenig hinken tut diese Berschreibung schon. Bei mir hats eine Rumhöhe von 4,2 m und die Mistviecher kreisen auch um die Lampe (ca 2,2 m)

derStandard.at/Wissenschaft Infos zum Powerposten
18.11.2002 14:15
Schade

Herrn Chenets These klang so überzeugend, dass wir dachten, hier wäre jemand der Wahrheit auf der Spur. - Bis Sie jetzt den Karl Popper gemacht haben ...

Homer Jay
19.11.2002 10:27

*lol*

Markus KA 
18.11.2002 12:03
die fliegen

fliegen nicht nur immer in der selben höhe, sie kreisen auch genau nach dem selben muster. wenn sie zwischendurch mal abwärts in bodennähe fliegen, fliege sie bei der nächsten runde wieder dort runter...ich hab mich auch schon oft gefragt warum die das eigentlich tun...aber so ist es wenigstens leicht sie zu erwischen...

Eduarden Targa
18.11.2002 11:28
Vorschlag

Ich kann mich erinnern, einmal einen Artikel gelesen zu haben in dem (für Falter) damit argumentiert wurde, dass sie sich in der Nacht bezüglich des Mondes orientieren und nahezu parallel dazu fliegen. Verwechselt das Insekt eine Lampe mit dem Mond wird daraus eine Kreisbahn. Ob dies auch auf Fliegen anwendbar ist kann ich nicht sagen.
Bezüglich der Höhe gibt es ja die Regel, dass Schwalben je nach Wetterlage in verschiedenen Höhen fliegen - mit der Begründung, dass deren Nahrung (Insekten) die Flughöhe an das Wetter anpasst. Vielleicht ist bevorzugt also das Raumklima, dass ja fast überall zumindest ähnlich ist eine bestimmte Flughöhe.

Da ich aber keinen Ahnung von Insekten habe kann das natürlich alles Blödsinn sein.

Erich Eder
18.11.2002 13:21
keine Stubenfliegen

Dieses Phänomen ist v.a. im Frühsommer sichtbar, es handelt sich dabei aber ziemlich sicher nicht um Stubenfliegen (Musca domestica), sondern um kleinere Dipteren (von uns zuhause "die Lampenfliegen" genannt), ich muss aber gestehen, dass ich die Art nie bestimmt habe. Ich vermute, dass die Fliegen einen optischen Anhaltspunkt für Paarungsflüge verwenden (wie das z.B. Mückenschwärme in der Au über einzel stehenden Büschen machen).
Hat nicht mein geschätzter Kollege Peter Iwaniewicz (Tier der Woche) das schon längst im Falter abgehandelt ?

erich.eder@univie.ac.at

posten
«Posting 26 bis 42 von 42

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.