"Harry Potter": Die Logik der Serie

27. Juli 2004, 15:45
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Die Zukunft gehört dem Fortsetzungshit

Wien/Los Angeles - An diesem Wochenende startet also Harry Potter II. Weltweit. In Zehntausenden von Kinos. Und Mitte Dezember wird endgültig das eröffnet, was die Branche bereits "Weihnnachtsduell" nennt: Mit Der Herr der Ringe - Die zwei Türme geht ein weiteres Serienprojekt in die zweite Runde, dem jetzt schon ein gigantischer Umsatz prophezeit werden darf.

Beide Fantasy-Epen sind gleichzeitig jeweils mit dem ersten Teil im Videogeschäft hyperpräsent, der Buchmarkt wird mit den literarischen Vorlagen einmal mehr gehörig angekurbelt. Und wenn Harry Potters Erfinderin Joanne K. Rowling nicht in eine arge Schreibblockade verfällt, dann dürfte das im Fall Potter noch bis 2007 so weitergehen: Jedes Jahr mehr Einspielergebnisse und noch mehr Möglichkeiten zu Zweitverwertungen: Dies ist das angestrebte Ziel einer beispiellosen Kampagne, neben der der 40. James Bond (in zwei Wochen im Kino) fast schon Mühe hat aufzufallen.

Leider hat J. R. R. Tolkiens Roman Der Herr der Ringe nur drei Teile, ist also zu Weihnachten 2003 abgeschlossen - wenn auch später noch zahlreiche Director's Cuts und längere TV-Adaptionen folgen dürften. Das US-Studio Miramax tüftelt jetzt also schon eifrig an Nachfolgeprojekten. Das erste dürfte auf einer Bestsellertrilogie des britischen Schriftstellers Philip Pullman basieren: Der Dramatiker Tom Stoppard arbeitet bereits an den Drehbüchern für His Dark Materials - einer Saga rund um zwei Teenager, die sich über die Grenzen zweier Parallelwelten kennen und lieben lernen. Wer will, kann das jetzt schon in deutscher Übersetzung nachlesen: Der goldene Kompass, Das magische Messer und Das Bernstein-Teleskop sind bei Carlsen und auch als Heyne-Taschenbücher erschienen.

Auch Frühjahr und Sommer bleiben weiterhin Serienterrain: Star Wars: Episode 3 erscheint 2005. Spider-Man II ist bereits in Vorbereitung. Weitere Comic-Helden wie Superman und Daredevil harren der seriellen Verwertung und Vermarktung. Und sogar Steven Spielberg will sich noch einmal einer "Fortsetzung" zuwenden: Indiana Jones IV soll, so Harrison Ford noch Kraft und Lust hat, innerhalb der nächsten drei, vier Jahre realisiert werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.11.2002)

Von Claus Philipp
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