Wandern statt Wedeln

5. Oktober 2002, 11:51
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Lachtal und Wölzer Tauern laden auch ohne Schnee zu abwechslungsreichen und interessanten Touren ein

Das Lachtal in den Wölzer Tauern hat als Skigebiet einen hervorragenden Ruf, als Wanderregion führt es fast ein Aschenbrödeldasein, obgleich es etliche schöne und wenig anstrengende Routen zu bieten hat.

Vor allem die Kammwanderung, bei der man auch den Hohen Zinken – die höchste Erhebung in dieser Runde – besteigt, erweist sich als sehr abwechslungsreich und interessant. Man hat auf lange Strecken freie Sicht nach allen Seiten und kann bei halbwegs guten Verhältnissen das Panorama ausgiebig genießen.

Außerhalb der Skisaison ist die Gegend nicht überlaufen, obgleich man bis zur Klosterneuburger Hütte mit dem Auto fahren kann.

Auf der Kammrunde erblickt man etwa die Bösensteingruppe und den Seckauer Zinken in den Niederen Tauern, Teile des Gesäuses, der Karawanken und der Julischen Alpen, Saualpe, Zirbitzkogel, Amringkogel und Dachstein. Im Murtal erkennt man die Städte Zeltweg und Judenburg.

Alpine Flora

An klaren Tagen, wie sie jetzt im Herbst ja keineswegs selten sind, hat der Wanderer dadurch trotzdem genug zu schauen und zu bewundern; die Vegetation begibt sich nämlich allmählich zur Winterruhe, weshalb man die Schönheit und Vielfalt der alpinen Pflanzenwelt bestenfalls erahnen kann.

Im Frühling und Sommer aber verschönern viele, zum Teil seltene Blumen das Landschaftsbild. Zur Flora des Lachtals gehören neben verschiedenen Enzianarten auch die Rostrote Alpenrose, Alpenlauch, Kohlröserl, Arnika, Seifenkraut und Bergazalee. Auch mehrere Nelkenarten kommen vor.

Menschliche Eingriffe

Der natürliche Almboden hebt sich deutlich von den Pisten ab, die man planiert und für die Skifahrer entschärft hat. Diese Eingriffe beeinträchtigen den Reiz der Tour ein bisschen, doch kann man sich an der "naturbelassenen" Umgebung und an der prachtvollen Aussicht schadlos halten.

Derzeit entstehen nahe der Klosterneuburger Hütte nicht weniger als elf Windräder zur Stromerzeugung, sie sind – zum Glück – aus dem Lachtal nicht zu sehen, wohl aber natürlich von den begrenzenden Kämmen.

Die Runde weist keinerlei Schwierigkeiten auf, bei Nebel und starkem Wind sollte man die Tour allerdings unterlassen.

Die Route

Vom Kaufhaus (mit Gaststätte) im Lachtal steigt man auf der roten – schlechten – Markierung über das Mittereck in zwei Stunden zum Hohen Zinken an und wandert dann über weite, freie Flächen am Kamm oder in Kammnähe zur Tanzstattkapelle und zur Klosterneuburger Hütte. Ab Gipfel 1¼ Stunden. Auf einem Forstweg geht es dann über einen Rücken hinweg zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Hütte eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

Gesamtgehzeit 4¼ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m. Klosterneuburger Hütte durchgehend bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 130 (Trieben)

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    Herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge

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