Rennrad, Kindergarten und Frauenpolitik

31. Oktober 2002, 20:53
posten

Gerlinde Bergauer kandidiert an 26. Stelle für die Tiroler SPÖ

Innsbruck - Als Leiterin eines Kindergartens in Innsbruck ist Nervenstärke für Gerlinde Bergauer Berufsvoraussetzung. Kreischende Kinder gehören zu ihrem Alltag. In den kommenden Wochen müssen diese jedoch immer häufiger auf Frau Bergauer verzichten. Die befindet sich nämlich im Wahlkampf. Für die SPÖ Tirol kandidiert sie an 26. Stelle auf der Landesliste. "Ich weiß schon, dass das keine Spitzenposition ist", gibt Bergauer zu, "aber ich schau', dass ich auf allen Wahltouren dabei bin und mit den Leuten ins Gespräch komme."

Die STANDARD-Restplatzbörse stellt einige Personen vor, die auf aussichtslosen Positionen kandidieren und trotzdem wahlkämpfen.

Mehr Frauenpolitik

Unter den dreißig KandidatInnen auf der Tiroler Landesliste zählt Bergauer wohl zu den Sportlichsten: Tennis, Skifahren, Langlaufen, Rennradfahren. So erholt sich die 54-Jährige von den Strapazen des Alltags. An eine neue Regierung stellt sie ganz konkrete Anforderungen: Es müsse wieder mehr Frauenpolitik betrieben und ein eigenes Frauenministerium eingerichtet werden. Schuld an allem sei ja die Doppelbelastung. "Frauen würden sich in der Politik viel mehr trauen, wenn die Doppelbelastung wegfallen würde", verspricht Bergauer.

Bei einer Prognose für die Nationalratswahl fackelt die Tirolerin nicht lange: "Wir stellen den Kanzler." Beim Koalitionspartner legt sie sich jedoch noch nicht fest: "Mit den Grünen oder eine große Koalition mit der Volkspartei. Da muss dann der Schüssel aber weg." (Ulli Kittelberger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, Do./Fr., 31. Okt./1. Nov. 2002)

Share if you care.