Bergsteigergruppe wird nach Bergdrama in Osttirol angezeigt

31. Oktober 2002, 20:29
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Verdacht der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung

Innsbruck - Wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung wird jetzt der Vater jenes neunjährigen Buben angezeigt, der am Montag bei einer Bergtour in Osttirol ums Leben gekommen war. Das teilte die Gendarmerie am Donnerstag mit. Die anderen acht Mitglieder der tschechischen Bergsteigergruppe werden wegen des Verdachtes der unterlassenen Hilfeleistung angezeigt.

Bei der geplanten Tour haben sich die Bergsteiger nach den Erhebungen offenbar zu Beginn darauf verständigt, dass keiner für den anderen irgendeine Verantwortung übernehmen würde. Der Rest der Truppe habe am Rotenmanntörl geglaubt, dass der 50-Jährige mit seinem Sohn nicht zum Törl auf, sondern wieder zur Reichenbergerhütte absteigen würde. Deshalb sei auch niemand zurückgegangen um Hilfe zu leisten, gaben die Tschechen gegenüber der Gendarmerie an.

Vater und Sohn hatten sich nach dem Abstieg vom 3.173 Meter hohen Keesegg von der Gruppe getrennt. In der Folge wurden sie von einem Schneebrett mitgerissen. Auf Grund der Erschöpfung des Buben und der unzureichenden Ausrüstung übernachteten beide im Freien. Beim Abstieg zur Daberhütte starb das Kind in den Armen seines Vaters. Der Bub wollte offenbar unbedingt den Gipfel erreichen, weil es sein erster Dreitausender war und er die Dolomiten sehen wollte. (APA)

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