Jugoslawische Regierung gibt Bruch des UNO-Embargos gegen Irak zu

31. Oktober 2002, 18:40
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Belgrad suspendiert Kooperationsverträge mit Irak

Belgrad - Die jugoslawische Regierung hat einen Bruch des UNO-Embargos gegen den Irak eingeräumt und weitere Waffengeschäfte untersagt. Künftig müsse jeder Import und Export von Waffen und Ausrüstung von der Regierung genehmigt werden, hieß es in einer am Donnerstag vom Informationssekretariat in Belgrad verbreiteten Erklärung. Darin wurde auch eine schnelle Reform der Gesetze über die Produktion und den Verkauf von Waffen angekündigt. Die Regierung setzte eine Arbeitsgruppe für die Überarbeitung der Gesetze ein.

Die USA hatten in der vergangenen Woche dagegen protestiert, dass die Belgrader Staatsfirma "Jugoimport" Teile für Kampfflugzeuge in den Irak liefere. Die Produkte wurden von der Firma "Orao" (Adler) im serbischen Teil von Bosnien-Herzegowina hergestellt. In Serbien und der bosnischen Serbenrepublik sind mittlerweile sieben Militärs wegen der Äffare zurückgetreten. Laut Medienberichten helfen Experten aus Jugoslawien dem Irak und Libyen auch bei der Entwicklung eigener Marschflugkörper mit einer Reichweite von 1500 Kilometern.

Belgrad suspendiert Kooperationsverträge mit Irak

Belgrad (APA) - Die jugoslawische Regierung hat am Donnerstag alle Abkommen über militärische Kooperation mit jenen Staaten ausgesetzt, für die ein internationales Waffenembargo gilt. In einer Aussendung der Regierung wurde zugleich eine mehrmalige Verletzung des Embargos gegenüber dem Irak zugegeben. Laut Regierungsangaben soll es sich dabei um die Wartung von Motoren von Kampfjets vom Typ "Mig-21" und "Mig-23" handeln.

Die Waffenaffäre war Mitte Oktober aufgeflogen, nachdem Angehörige der internationalen Bosnien-Friedenstruppe SFOR eine Durchsuchung in der bosnisch-serbischen Militärfabrik "Orao" bei Bijeljina vorgenommen hatten. Die Fabrik hatte gemeinsam mit der staatlichen Belgrader Waffenhandelsfirma "Jugoimport" mit dem Irak zusammengearbeitet.(APA/dpa)

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