Fischer kämpft mit Kaufunlust des Fachhandels

31. Oktober 2002, 15:23
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Geringerer Schiabsatz aber unveränderter Umsatz erwartet - Mit 21 Prozent Marktanteil Nummer zwei in Österreich - Verstärkt auf Trendsportarten setzen

Wien - Der oberösterreichische Schiproduzent Fischer (Ried im Innkreis), hinter Atomic die Nummer zwei in Österreich, kämpft nach dem voran gegangenen Rekordjahr mit 120 Mill. Euro Umsatz und 1,39 Mill. verkauften Paar Schiern (Alpin und Langlauf) im laufenden Geschäftsjahr 2002/03 mit der Kaufzurückhaltung der Sportartikelhändler. Das seit März 2002 wieder zu 100 Prozent in Familienbesitz befindliche Unternehmen plant nunmehr einen geringeren Schiabsatz von 1,345 Mill. Paar, wovon 825.000 (Vorjahr: 880.000) auf Alpin-Schi und 520.000 (510.000) auf Langlauf-Schi entfallen.

Der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr per Ende Februar 2003 werde dennoch wieder bei 120 Mill. Euro zu liegen kommen, da sich Fischer im Preissegment nach oben bewege, sagte der Geschäftsführer der Fischer GmbH, Gregor Dietachmayr, am Donnerstag in Wien. Von den 880.000 verkauften Alpin-Schi wurden 550.000 unter der Marke Fischer verkauft.

Optimismus

Über die Entwicklung in Österreich zeigte sich Gernot Kellermayr, Verkaufsleiter für Österreich, optimistisch. Die Vororder im Alpin-Bereich lägen mengenmäßig um 10 Prozent und wertmäßig um 15 Prozent höher, der Marktanteil habe auch wertmäßig auf 21 Prozent gesteigert werden können. Der heimische Alpin-Markt sei zuletzt von 570.000 auf 550.000 geschrumpft und wird unverändert erwartet. Bei den Tourenschi habe mit einem Marktanteil von 30 Prozent erstmals die Marktführerschaft erobert werden können.

Die schwache Konjunktur, die Lage am Arbeitsmarkt und das politische Umfeld hätten zu einer "leisen Depression" im Konsumverhalten geführt, so Dietachmayr weiter. Der europäische Fachhandel habe sich bei den Vororders im Zeitraum März bis Juni zurückhaltend verhalten, was besonders die wichtigen Märkte Italien, Frankreich, Deutschland und die Schweiz betreffe. So habe beispielsweise auch der österreichische Sportartikelhandel erstmals seit 20 Jahren im ersten Halbjahr ein doch beträchtliches Umsatzminus von 4,8 Prozent erlitten.

Niedrigere Verkaufszahlen befürchtet

Dietachmayr geht davon aus, dass sich die kritische Schneesituation im letzten Winter erst heuer wegen der hohen Lagerbestände in niedrigeren Verkaufszahlen niederschlagen wird. Das weltweite Marktvolumen bei Alpin-Schi werde um bis zu 300.000 Stück auf 4,2 Millionen Paar zurück gehen.

Die Verkaufserlöse im Alpin-Bereich sollten aber durch den Absatz von höherwertigen Schiern angekurbelt werden. Zum Erfolg der Marke Fischer soll das so genannte "Frequency Tuning" beitragen. Diese Technologie mache den Schi ruhiger, reaktionsfreudiger und leichter zum Fahren, so Dietachmayr.

Marktführerschaft im nordischen Bereich

Im nordischen Bereich habe die Marktführerschaft ausgebaut werden können. Mit 510.000 verkauften Paar seien die Erwartungen (480.000) übertroffen worden. Erfreulich habe sich auch der Bereich Langlaufschuhe mit 165.000 verkauften Paaren entwickelt. Für 2002/03 sind 195.000 Paar geplant. Hinter Salomon (450.000) und Alpina (220.000) liege man auf Platz drei, Ziel sei es, auf Platz zwei vorzustoßen.

(APA)

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    foto: fischer
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