Fluchtversuch an deutscher Schule in Peking missglückt

31. Oktober 2002, 14:35
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Sieben Nordkoreaner von chinesischer Polizei festgenommen

Peking - Eine Gruppe von etwa 20 nordkoreanischen Flüchtlingen hat am Donnerstag in Peking vergeblich versucht, auf das Gelände der deutschen Botschaftsschule zu gelangen. Nach dpa-Informationen nahm die Polizei sieben Nordkoreaner fest. Die anderen liefen davon und entkamen. Keiner der Flüchtlinge gelangte auf das Botschaftsareal, auf dem auch deutsche Diplomatenwohnungen untergebracht sind.

Die Gruppe habe sich dem Gelände genähert, als sie der Polizei aufgefallen sei, berichtete ein Augenzeuge. Als diese eingreifen wollte, hätten sie die Flucht ergriffen. Meist sichern Polizisten in Zivil die Umgebung der Schule. Nach drei vorherigen Fluchten von insgesamt 20 Nordkoreanern auf das Areal ist die zwei Meter hohe Mauerkrone durch Drahtzäune zusätzlich gesichert worden.

Mehr als 100 Menschen haben Flucht erzwungen

Erst am Vortag war bekannt geworden, dass ein Nordkoreaner in der vergangenen Woche trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen in die getrennt liegende deutsche Botschaft geflüchtet war. Drei Nordkoreaner, die vor gut zwei Wochen in der Botschaftsschule Zuflucht gesucht hatten, durften China am Samstag über ein Drittland in Richtung Südkorea verlassen.

Weit mehr als 100 nordkoreanische Flüchtlinge haben seit März über eine Flucht in diplomatische Einrichtungen in China ihre Ausreise erzwungen. In China leben schätzungsweise mehr als 150.000 Nordkoreaner, die vor Hunger und Verfolgung über die Grenze nach China geflüchtet sind. Peking erkennt sie nicht als Flüchtlinge an und schiebt sie bei einer Ergreifung nach Nordkorea ab, wo ihnen Folter und Haft drohen. (APA/dpa)

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