Euro-Zone: Geschäftsklima top, Verbracherstimmung flop

31. Oktober 2002, 14:21
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EU-Analysten warten mit durchwachsenen Oktober-Zahlen auf

Brüssel - Das Geschäftsklima in der Euro-Zone hat sich im Oktober den zweiten Monat in Folge überraschend aufgehellt und damit die Erwartungen von Volkswirten übertroffen. Der Geschäftsklima-Index verbesserte sich auf minus 0,42 nach revidiert minus 0,49 Punkten im September, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten einen Index-Stand von minus 0,6 Punkten vorausgesagt.

Nachdem der allgemeine Trend während des Sommers abwärts gerichtet gewesen sei, könnte die leichte Verbesserung in den beiden vergangenen Monaten zu einer optimistischeren Beurteilung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation führen, erklärte die Kommission. Der Anstieg des Indikators sei im Wesentlichen bedingt durch eine Verbesserung der Auftragslage sowie gestiegene Produktionserwartungen. Zudem seien die Fertigprodukt-Lager abgebaut worden.

Im Gegensatz zum Geschäftsklima trübte sich nach Feststellung der Kommission die Stimmung der Verbraucher in der Euro-Zone im Oktober erneut ein. Der Index des Verbrauchervertrauens sank auf ein Elfmonatstief von minus zwölf nach minus neun Punkten im September. Analysten hatten einen Index-Stand von minus 10,1 Zählern prognostiziert. Seit September habe sich die Stimmung der Verbraucher in Deutschland - der größten Volkswirtschaft innerhalb der Euro-Zone - und in Portugal am stärksten verändert, teilte die Kommission mit.

Bereits am Mittwoch hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitgeteilt, die Diskussion um Steuererhöhungen habe das Konsumklima in Deutschland merklich belastet und mache eine baldige Aufhellung der seit Monaten schlechten Verbraucherstimmung unwahrscheinlich.

Der Stimmungsindikator für das allgemeine Wirtschaftsklima in der Euro-Zone verschlechterte sich indes nicht so stark, wie erwartet worden war. Der Index für die zwölf Euro-Zonen-Länder fiel der Kommission zufolge im Oktober auf 98,9 von revidiert 99,0 Punkten im September. Volkswirte hatten hier einen stärkeren Rückgang auf 98,5 Punkte vorausgesagt. (APA/Reuters)

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