Deichmann wächst in Österreich weiter

31. Oktober 2002, 14:09
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Umsatz soll heuer um sechs Prozent auf 68 Millionen Euro steigen - Noch 40 Filialen in Plan

Wien - Die Nummer 3 im österreichischen Schuhhandel, Deichmann, will hierzulande noch fester Tritt fassen. Seit dem Start der preisgünstigen Schuhhandelskette vor genau 10 Jahren wurde das Filialnetz auf 79 Geschäfte erweitert, bis Jahresende sollen es 81 sein. Für die kommenden Jahre sieht Österreich-Geschäftsführer Peter Hartmann noch Potenzial für 40 weitere Standorte.

Trotz des schwierigen Umfeldes werde der Österreich-Umsatz 2002 um rund 6 Prozent auf 68 Mill. Euro (Marktanteil: rund 7 Prozent) steigen. Flächenbereinigt werde das Plus bei rund 1,5 Prozent liegen und damit leicht über dem Marktwachstum (1,3 Prozent im ersten Halbjahr). Zwei Drittel der Deichmann-Läden befinden sich in Fachmärkten und Einkaufszentren, der Rest in Städten, vor allem auch kleineren Bezirksstädten. Weiteres Potenzial sieht Hartmann vor allem in den Innenstädten der Landeshauptstädte aber auch in Wien, wo Deichmann nun auch 1A-Lagen anpeilt.

Familienunternehmen expandiert europaweit

Das deutsche Familienunternehmen Deichmann ist mittlerweile in insgesamt 9 Ländern (Deutschland, Schweiz, Holland, Österreich, USA, Polen, Ungarn, Großbritannien, Belgien). Die weltweit 1.850 Filialen (Deichmann, Roland, Ochsner, Dosenbach, Rack Room, Off Broadway, Van Haren) setzten 2001 mit 20.000 Mitarbeitern 2,2 Mrd. Euro um.

"Wir haben das Wachstum immer aus eigener Kraft finanziert, sind frei von Kapitalgebern" betonte der Vorsitzende der Konzern-Geschäftsführung Heinrich O. Deichmann heute vor Journalisten in Wien. Angesichts der aktuellen Situation sei er auch sehr froh, dass das Unternehmen nie an die Börse gegangen sei. Im kommenden Jahr sei der Start in Tschechien geplant, mittelfristig seien auch Riesenmärkte wie Russland oder China im Visier.

Größter Schuhhändler Europas

Eine Besonderheit der Deichmann-Kette, sei die Vertikalisierung: Die Kollektionen werden mit Designern selbst entwickelt und dann nach den Vorgaben in Osteuropa bzw. Asien gefertigt. Darin liege neben der schieren Menge auch einer der Gründe, warum Deichmann seine Schuhe besonders günstig anbieten könne, so der Unternehmenschef. Mit 85 Mill. Paar verkauften Schuhen ist Deichmann der größte Schuhhändler Europas. Die Durchschnittspreise bewegen sich zwischen 20 und 25 Euro, die Obergrenze - mit Ausnahme von Stiefeln - liegt bei 52 Euro.

Deichmann sieht seine Kette dennoch nicht als klassischen Diskonter, nicht zuletzt weil ein Teil des Sortiments - insbesondere Eigenmarken - bei den europäischen Markenschuhherstellern wie ara, Gabor oder Salamander gefertigt werde. Gerade diese hätten aber im vergangenen Jahr die Konsumkrise am deutschen Markt zu spüren bekommen, so Deichmann. (APA)

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