Ojdanic und Sainovic bleiben im Gefängnis des Haager Tribunals

31. Oktober 2002, 12:41
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Einspruch gegen Entscheidung des Senates - Fluchtgefahr der beiden ehemaligen hohen jugoslawischen Amtsträger

Belgrad/Den Haag - Zwei ehemalige hohe jugoslawische Amtsträger, Ex-Vizeministerpräsident Nikola Sainovic und Ex-Generalstabchef Dragoljub Ojdanic, werden bis zum Beginn ihres Prozesses im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag bleiben. Die beiden ehemaligen Mitarbeiter von Slobodan Milosevic waren im Jahr 1999 gemeinsam mit ihm wegen Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt worden. Nach Beschluss des Gesetzes, mit dem Belgrad im Frühjahr seine Zusammenarbeit mit dem UNO-Tribunal geregelt hatte, stellten sie sich auf Aufforderung der jugoslawischen Behörden dem UNO-Tribunal.

Der Tribunalssenat unter Vorsitz von Richter Richard May hatte am 26. Juni beschlossen, dass die zwei einstigen Amtsträger bis Prozessbeginn im kommenden Jahr auf freiem Fuß bleiben dürfen. Nach einem Einspruch der Anklage beschloss ein anderer Tribunalssenat am Mittwochabend, dass Sainovic und Ojdanic im Tribunalsgefängnis bleiben müssen. Es wird laut Medienberichten auf das Risiko hingewiesen, dass die zwei einstigen Mitarbeiter von Milosevic angesichts ihrer einstigen hohen Ämter nicht mehr vor dem Tribunal erscheinen würden.(APA)

Der Prozess gegen Sainovic und Ojdanic soll im nächsten Jahr beginnen, wenn auch der derzeitige serbische Präsident Milan Milutinovic an das Tribunal überstellt wird. Seine Amtszeit läuft am 5. Jänner nächsten Jahres aus.
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    General Dragoljub Ojdanic (re) und der ehemalige Vizepremier Nikola Sainovic (li) auf einer Aufnahme vom Juni 1999.

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