Bauernaufstand gegen Hofer

31. Oktober 2002, 14:27
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Diskont-Handelskette in der Kritik: Angekündigte Senkung des Milchpreises lässt Niederösterreichs Bauern keine Ruhe

Wien - Kritik an der Handelskette Hofer hat am Donnerstag der Verband der Niederösterreichischen Milcherzeuger geübt. Der Grund: die von Hofer angekündigte Senkung des Preises für einen Liter Milch von 65 auf 59 Cent. Es stehe zu befürchten, "dass weitere Handelsketten diesem Beispiel folgen", erklärt der Obmann des Verbandes, Adolf Steiner. Dies würde sich postwendend im Bauernmilchpreis niederschlagen. Die Genossenschaft appelliert an die Verarbeiter, dem Druck des Handels nicht nachzugeben, und keine Preiszugeständnisse zu machen.

Einerseits werde von den Milchbauern immer stärker verlangt, naturnah und qualitativ hochwertig zu produzieren, andererseits solle das zu immer niedrigeren Preisen erfolgen, argumentieren die niederösterreichischen Milchbauern. Dies sei ein "Widerspruch in sich". Die Produzenten befürchten, dass sich die Verarbeiter von vom Handel in Aussicht gestellten Volumenserhöhungen dazu "hinreißen" lassen könnten, schlechteren Preisen zuzustimmen und dass diese dann an die Urproduzenten weitergegeben würden.

Die Milchverarbeiter haben ihrerseits kürzlich die ihrer Meinung nach zu hohen Erzeugermilchpreise beklagt, die derzeit sowohl über dem EU-Schnitt als auch über dem deutschen Niveau liegen. Da der Handel die hohen Erzeugermilchpreise nicht "mit trage" sei der hohe Preis des Rohstoffs kaum zurück zu verdienen, hatte Hans Steiner, der Vorsitzende der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter, gesagt. (APA)

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Hofer
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    montage: derstandard.at
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