Nordkorea verteidigt in Moskau Recht auf Atomprogramm

31. Oktober 2002, 17:45
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Diplomat: Atommacht USA eine Bedrohung - Gegebenenfalls Antwort "mit Superhärte"

Moskau - Nordkorea hat über seinen Botschafter in Moskau die Existenz eines neuen Atomprogramms bestritten. Allerdings habe Pjöngjang wegen der fortgesetzten Feindschaft der USA jedes Recht auf die Entwicklung eigener Atomwaffen, erklärte der nordkoreanische Botschafter Pak Ui Tschun am Donnerstag vor der Presse in Moskau. Genau diese Position habe man dem US-Sonderbotschafter James Kelley erläutert. Die USA werten dies als Eingeständnis Nordkoreas, den 1994 besiegelten Verzicht auf ein Atomprogramm verletzt zu haben.

"Wir haben dem US-Sondergesandten unzweideutig gesagt, dass uns angesichts der steigenden Bedrohung durch einen Atomangriff der USA nicht nur nukleare, sondern noch stärkere Waffen zustünden, um unsere Souveränität und unser Lebensrecht zu schützen", sagte der Botschafter nach Angaben der Agentur Interfax. Die Bedrohung liege darin, dass die US-Administration Nordkorea zur "Achse des Bösen" zähle und das Land als ein Ziel möglicher Atomangriffe genannt habe, erläuterte der Diplomat. "Wenn die USA uns mit ihrer harten Politik unterwerfen wollen, werden wir mit Superhärte antworten", drohte er. Das von der Führung in Pjöngjang vorgeschlagene Nichtangriffsabkommen sei der beste Ausweg aus diesem Konflikt.

"Gewisse Zweideutigkeit

Das russische Außenministerium zeigte sich am Donnerstag unzufrieden mit den Erklärungen Nordkoreas zu dem angeblichen Atomprogramm. "In den Erklärungen der nordkoreanischen Vertreter gibt es eine gewisse Zweideutigkeit", sagte Vizeaußenminister Alexander Losjukow. Diese Unklarheit "führt zu gegenseitigen Verdächtigungen und wird die Lage auf der koranischen Halbinsel negativ beeinflussen."

Losjukow zweifelte aber auch die amerikanischen Angaben an. "Es gäbe kein öffentliches Eingeständnis, dass Nordkorea sein Programm mit angereichertem Uran fortsetzt, und es ist sogar unklar, ob dieses Eingeständnis im Gespräch mit den Amerikanern gemacht wurde", sagte er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax. (APA/dpa)

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