Khol: "Unentschuldbare Worte" Haiders

31. Oktober 2002, 13:03
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ÖVP-Klubobmann zu Attacken gegen Schüssel: Wie in "Muppets-Show" - Schüssel sieht Haider-Ansagen gelassen

Wien - ÖVP-Klubobmann Andreas Khol hat die scharfe Kritik des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) als "unentschuldbare Worte" zurück gewiesen. Khol vergleicht in der "Kleinen Zeitung" Haider mit "Balkon- Muppets, die von der Loge herunterkeppeln, weil sie nicht mehr mitspielen". Der ehemalige FPÖ-Chef "kann es sich nicht eingestehen, dass es seine Partei war, die die Koalition hochgehen ließ. Jetzt sucht er den Sündenbock in der ÖVP", so Khol.

Haider hatte zuletzt in mehreren Interviews immer heftigere Attacken gegen Schüssel und die ÖVP geritten. So hieß es u.a.: "Schüssel ist ohne Skrupel. Seine Kälte ist so brutal, dass er über Leichen geht" oder "ich sehe nicht ein, dass dieser treulose Spieler immer Erfolg haben soll".

Khol meinte dazu, "das ist die Wut über den verlorenen Groschen. Haider hat zu unentschuldbaren Worten gegriffen". Berichte über einen angeblichen "Geheimplan" für die Bildung einer neuen Großen Koalition von SPÖ und ÖVP - dies hatte zuletzt die stellvertretende FPÖ-Chefin Magda Bleckmann gemutmaßt - wies Khol zurück. "Der Geheimplan ist so geheim, dass nicht einmal ich ihn kenne".

Schüssel sieht Haider-Ansagen gelassen

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) bleibt von den Attacken des freiheitlichen Altparteiobmanns Jörg Haider gegen die ÖVP unbeeindruckt. Zur Empfehlung des Kärntner Landeshauptmanns an seine Partei, nicht mehr mit der Volkspartei in eine Koalition zu gehen, meinte der VP-Chef bei einer Pressekonferenz Donnerstag Vormittag: "Was im Wahlkampf gesagt wird, wird gesagt". Die ÖVP beschäftige sich nicht ununterbrochen damit, wer nun fünf Zentimeter weiter weg oder zwei Zentimeter näher herangerückt sei.

Überhaupt hält Schüssel nichts davon, sich allzu intensiv mit den Haider-Attacken, wonach die ÖVP das Scheitern der Koalition zu verantworten habe, auseinanderzusetzen. Alle seien Zeitzeugen der Vorgänge in Knittelfeld gewesen und würden sehen, wie es derzeit in der FPÖ zugehe und wer dort den Obmann mehr oder weniger unterstütze. Die ÖVP sei angetreten, um einen positiven Wahlkampf zu führen: "Wir sind stark genug, dass sich die anderen an unseren Inhalten orientieren müssen".

Dabei will der VP-Chef vor allem auf das Thema Sicherheit setzen und weiter auf aus seiner Sicht bewährte Kräfte vertrauen. Er sei sicher, dass Innenminister Ernst Strasser (V) - "ein mutiger Mann" - auch in der nächsten Legislaturperiode für die Sicherheit der Bürger garantieren werde. Der Angesprochene saß neben dem Kanzler und gab die Komplimente freundlich zurück. Es mache für ihn "sehr viel Sinn und Spaß, im Team von Wolfgang Schüssel arbeiten zu dürfen". Der Kanzler lege zwar eine hohe Latte, stehe aber auch bei Gegenwind zu seinen Mitarbeiten, spielte Strasser auf die Asyldebatte an.

Reformen gerade in diesem Bereich gehören auch zu den zentralen Vorhaben Strassers, sollte er weiter Innenminister bleiben. In der Reform enthalten sein sollen eine Erstabklärungsstelle, eine entsprechende Rückkehrberatung, eine Mitwirkungspflicht der Asylwerber sowie die Ausgliederung der Bundesbetreuung. Zwar solle auch in Zukunft ein Asylverfahren für jedermann garantiert sein, jedoch dürfe Österreich nicht Europas Anlaufstelle Nummer 1 für Arbeitssuchende aus anderen Ländern sein. Weiters will Strasser auch in Zukunft die Polizei von gewissen Aufgaben wie der Parkraumüberwachung entlasten und dafür mehr Einsatzkräfte auf der Straße sehen.

(APA)

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