Vivendi Universal kontert Vodafone

31. Oktober 2002, 10:14
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Medien-Konzern strebt Mehrheit an Cegetel an und will die Briten um vier Milliarden Euro überbieten

Paris - Die Vivendi Universal, Paris, strebt die Mehrheit bei dem Telekommunikationskonzern Cegetel an. Am Mittwoch bekräftigte der Verwaltungsratsvorsitzende Jean-Rene Fortou vor Gewerkschaftsvertretern, sein primäres Ziel für die kommenden beiden Wochen sei der Erwerb des Anteils von 25 Prozent, den die BT Group noch an Cegetel hält. Er wolle dem bestehenden Gebot von vier Mrd. Euro zuvorkommen, das die Vodafone Group unterbreitet hat.

Sollte es Fortou gelingen, das Paket von 25 Prozent in seinen Besitz zu bringen, so hätte er bei Cegetel das Sagen.

Denn Vivendi hält bereits 44 Prozent an dem Telekommunikationsanbieter. Nach dem Erwerb des BT-Anteils wolle er auch die Beteiligung von 15 Prozent der SBC Communications an Cegetel übernehmen, ließ Fortou wissen. Für diesen Anteil hat Vodafone 2,3 Mrd. Euro geboten. Analysten zeigten sich von den neuesten Vivendi-Plänen nicht begeistert. So kündigte Jacques Falzon von KBC Securities an, er werde seine Kaufempfehlung für den Konzern überprüfen. Er habe gehofft, dass das französische Unternehmen angesichts seines Schuldenbergs von 19 Mrd. Euro die Offerte von Vodafone für seinen 44-prozentigen Anteil an Cegetel annehmen werde.

Dass Fortou nun stattdessen sogar Geld ausgeben will, um die Mehrheit an Cegetel selbst zu übernehmen, dafür hat Falzon kein Verständnis. Ein anderer Analyst meinte, sollte Vivendi tatsächlich am Kauf von weiteren Cegetel-Anteilen festhalten, so werde der Konzern unter noch stärkeren Druck geraten, Unternehmensteile zu veräußern.

Unmittelbar vor einem Abschluss steht Kreisen zufolge der Verkauf der US-Verlagssparte Houghton Mifflin. Den Zuschlag soll ein Konsortium bestehend aus Blackstone Group LP sowie Thomas H. Lee Partners erhalten. Gerüchten zufolge liegt der Kaufpreis bei 1,7 Mrd. Dollar (1,73 Mrd. Euro). (APA/vwd)

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