EU-weite Jagd gegen grenzüberschreitenden Steuerbetrug

31. Oktober 2002, 12:10
3 Postings

Mit einem Budget von 44 Millionen Euro - Austausch von Beamten und Innovationen vorgesehen

Wien - Die EU will in den kommenden fünf Jahren im Rahmen des Programms "Fiscalis 2007" 44 Millionen Euro zum Kampf gegen den grenzüberschreitenden Steuerbetrug ausgeben. Wie das Ö1-Morgenjournal am Donnerstag berichtet, ist dieses Geld der besseren Ausbildung von Finanzbeamten sowie der Durchführung europaweiter Ermittlungen gewidmet. "Steuerfit" machen wolle man auch die Finanzbehörden der EU-Beitrittsländer. Multilaterale Kontrollen seien "die Antwort der Finanzverwaltungen auf die Globalisierung der Wirtschaft", berichtete der im österreichischen Finanzministerium für "Fiscalis 2007" zuständige Beamte, Hans Biro.

Bisher habe der gemeinsame Binnenmarkt nämlich ungeahnte Möglichkeiten für Steuerhinterzieher geboten. Daher führe man grenzüberschreitende und generalstabsmäßig geplante Steuerkontrollen in mehreren Ländern durch, berichtete Biro. In einem Fall hätten acht Mitgliedsstaaten gegen ein Alkohol- und Tabakunternehmen kooperiert, dass "damals noch Milliarden Schilling" an Steuern hinterzogen habe. Es sei somit ein Irrglaube zu denken, dass nur kleinere Unternehmen Steuern hinterzögen.

Beamtenaustausch

Weiters gebe es im Rahmen von "Fiscalis 2007" Programme zum Austausch von Beamten und Erfahrungen. So würden österreichische Finanzer eine Zeit lang in Italien arbeiten und die nationalen Finanzverwaltungen Innovationen aus anderen Mitgliedsstaaten unternehmen. Nach dem EU-Beitritt habe Österreich etwa als zweites EU-Mitgliedsland die britische Idee übernommen, Computer für die Auswahl der zu prüfenden Fälle für die Steuerfahndung zu nutzen. Diese "elektronische Risikoanalyse" sei mittlerweile europäischer Standard geworden. Großes Lob hat Biro für die Beitrittsländer parat. Dort habe es in den vergangenen vier bis fünf Jahren "enorme Fortschritte" gegeben.

Durchgesetzt werden soll schließlich auch die Steuergesetzgebung im e-commerce. Während die USA vor dem anarchischen Raum des Internet kapituliert hätten und die dort erzielten Einnahmen für drei Jahre steuerfrei gestellt hätten, wolle man diese Frage in Europa erfolgreicher angehen, versicherte Biro.(APA)

Share if you care.