Reallöhne: Österreich ist Schlusslicht

31. Oktober 2002, 11:53
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Studie weist größer werdende Kluft zu anderen EU-Ländern nach

Brüssel/Wien - In Österreich steigen die Reallöhne heuer nur um 0,2 Prozent und damit weit weniger als in den anderen EU-Staaten, errechnet das WSI, ein Institut des deutschen Gewerkschaftsbundes, in einer Studie über die Tarifpolitik Europas.

Im Durchschnitt steigen die Reallöhne in der EU heuer um 1,2 Prozent, nach je 1,1 Prozent in den beiden Jahren davor, so die Studie nach Daten der EU-Kommission.

Demnach ist der Reallohnzuwachs in Österreich seit 1999 (mit plus 1,7 Prozent) kontinuierlich gesunken. Die Studie bestätigt so die Vorwürfe der SPÖ gegen die scheidende Bundesregierung.

Sehr niedrige Reallohnzuwächse gibt es demnach heuer in Italien (0,4 Prozent), Spanien (0,6 Prozent) und Deutschland (0,7 Prozent). Die Deutschen mussten 2000 und 2001 leichte Verluste hinnehmen. Real mit dem größten Einkommenszuwachs können laut Studie die Arbeitnehmer in Irland (3,7 Prozent) und Griechenland (3,3 Prozent) rechnen.

Die erheblichen nationalen Differenzen in den Nominallohnsteigerungen reflektieren zu einem Gutteil die unterschiedlichen Preisentwicklungen in den einzelnen Staaten. Bei der Entwicklung der Reallöhne ist die Spannbreite geringer. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 31.10.2002)

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