Ewige Ruhe im eigenen Garten

30. Oktober 2002, 20:37
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Der Wunschtraum bleibt für viele eine tröstliche postmortale Perspektive

Wien - Die ewige Ruhe im eigenen Garten, das ist für manche Menschen eine tröstliche postmortale Perspektive. In den meisten Fällen bleibt dies aber ein Wunschtraum zu Lebzeiten, denn die Leichen-und Bestattungswesengesetze aller österreichischen Bundesländer lassen wenige Alternativen zu Friedhöfen zu.

Die Körperbestattung in eigener Erde ist grundsätzlich nicht erlaubt, aus hygienischen Gründen vor allem der Umwelt zuliebe. Ausnahmen, die jeweils von den zuständigen Gemeinden genehmigt werden müssen, gibt es lediglich für die Asche teurer Toter. Eine Urne kann mit nach Hause genommen werden, wenn dem oder der Hinterbliebenen nicht zugemutet werden kann, das Andenken auf einem Friedhof zu pflegen. Beispiel: gehbehinderte Menschen.

Die Urne selbst darf aber nur dann in den eigenen vier Wänden aufbewahrt werden, wenn dafür ein eigener Raum zur Verfügung steht. Eine Urne auf dem Nachtkästchen oder auf dem Kaminsims im Wohnzimmer ist also eigentlich nicht erlaubt. Eine Kontrolle gibt es aber praktisch nicht. Sehr wohl geprüft wird hingegen im Fall einer Urnen-Heimbestattung im Garten. Entscheidend sind unter anderem ein Mindestabstand zum Nachbarsgrundstück und die Tiefe des Grabes.

Trick mit der Urne

Illegal, aber trotzdem immer wieder praktiziert: Nach der Einäscherung wird angegeben, dass eine Beisetzung im Ausland geplant sei. Das heimische Bestattungsunternehmen schickt die Urne an die entsprechende Firma im Ausland. Dort wird dann aber die vereinbarte Beisetzung storniert - mit dem Hinweis, die Urne werde persönlich abgeholt. Vor allem niederländische Krematorien gelten als äußerst "kundenfreundlich", manche bieten sogar Urnen an, die als solche nicht erkannt werden. Und das aus gutem Grund, denn die Asche muss ja immerhin über Staatsgrenzen geschmuggelt werden. (simo, DER STANDARD Printausgabe 31.10/1.11 2002)

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