Medienkommission sieht Probleme bei Kirch-Verkauf an Bauer

30. Oktober 2002, 20:22
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KEK kündigt Prüfung an

Der Kauf der Kirch-Fernsehsender könnte den Bauer-Verlag vor rechtliche Probleme stellen: Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) werde den Anteilserwerb auf die "Vermutung vorherrschender Meinungsmacht" hin zu prüfen haben, sagte KEK-Geschäftsführer Bernd Malzanini der Nachrichtenagentur AFP. Denn laut Rundfunkstaatsvertrag dürften die Sender eines Unternehmens in Deutschland höchstens 25 Prozent der deutschen Fernsehzuschauer erreichen. Diesen Zuschaueranteil hätten aber allein die bisherigen KirchMedia-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und der Nachrichtenkanal N24.

Erlaubte 25 Prozent Zuschaueranteil überschritten

Da der Bauer-Verlag durch seine Beteiligung an RTL 2 bereits einen Zuschaueranteil von drei bis vier Prozent mitbringe, würden die erlaubten 25 Prozent Malzanini zufolge auf jeden Fall überschritten. Allerdings könnten TV-Anbieter durch Regionalfenster oder die Abgabe von Sendezeit an Dritte Bonus-Prozente von insgesamt bis zu fünf Prozent erreichen. "In diesem Fall dürfte man aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass der Bauer-Verlag noch über starke Marktanteile bei Programmzeitschriften verfügt", sagte Malzanini. Dies könne sich womöglich negativ auf die Entscheidung auswirken. Die KEK schicke in solchen Fällen nach abgeschlossener Prüfung eine Empfehlung an die betroffenen Landesmedienanstalten, ob der geplante Zusammenschluss bedenklich sei oder nicht. Diese müssten dann eine Entscheidung treffen. (APA/AFP)

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