Vatikan kritisiert Halloween-Manie

30. Oktober 2002, 19:20
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Nach europäische Tradition werden die Toten geehrt und nicht nach angloamerikanischen Brauch Parties gefeiert...

Rom - Der Vatikan reagiert auf die zunehmenden Popularität von Halloween gereizt, nachdem der Brauch auch in Italien stark Boden gewonnen hat. Das Fest rund um Kürbisse und Horrorfratzen in der Nacht des 31. Oktobers sei eine angloamerikanischer Tradition, die nichts mit Italiens Geschichte zu tun habe.

Statt an Partys mit Masken und Kostümen teilzunehmen, sollte man lieber die Verstorbenen ehren und über die dramatischen Ereignisse dieser Tage in Moskau nachdenken, betonte der Erzbischof der süditalienischen Stadt Acerra, Antonio Riboldi.

Kritisiert wird Halloween auch von der Zeitschrift der Diözese von Udine, die das Fest als sinnlosen Fasching anprangert. "Die Jugendlichen haben so wenig Gelegenheit, über das Leben und den Tod nachzudenken. Auch wenn Todesfälle Freunde oder Verwandte betreffen, wird der Gedanke oft einfach verscheucht. Man erklärt alles mit Fatalismus und denkt lieber nicht über den Sinn des Todes in unserem Leben nach", so der Verantwortliche der Zeitschrift Ivan Bettuzzi.

Die Kirche kritisiert auch die zunehmenden Ausgaben für Halloween-Feste in Italien. Nach Angaben des Konsumentenschutzverbands Codacons werden in Italien dieses Jahr 200 Millionen Euro für Partys, Masken und Verkleidungen für Kinder und Erwachsene ausgegeben. Die Summe sei fast doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr.(APA)

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