Finz-Äußerung: "profil" fordert Widerruf von ÖVP-Dementi

30. Oktober 2002, 16:28
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Wahlkampf am Würstelstand - Zählt jede Stimme, auch die einer Frau, oder zählen Frauen-Stimmen besonders?

Wien - Nächste Runde im Schlagabtausch zwischen der Wiener ÖVP bzw. ihrem Vorsitzenden Alfred Finz und dem Nachrichtenmagazin "profil". Dieses hat über seinen Rechtsanwalt am Mittwoch die ÖVP-Wien schriftlich aufgefordert, eine Aussendung zu widerrufen, in der behauptet wird, Finz sei von "profil" unrichtig zitiert worden.

Die Vorgeschichte: Wahlkampf in Wien, Finz on tour im Gespräch mit einer Würstelstand-Verkäuferin, "profil" berichtete und zitierte den Wien-VP-Chef: "Jede Stimme ist wichtig, auch wenn's die einer Frau ist". Finz habe der Verkäuferin seine Werbekarte gegeben, dabei sei dieser Satz gefallen. Später soll Finz zu dem ihn begleitenden Kunst-Staatssekretär Franz Morak gesagt haben: "Gehen S`, das war ja nur ein Schmäh".

Die SPÖ protestierte und forderte den Rücktritt von Finz.

Kurze Zeit später meldete der ÖVP-Wien-Pressedienst, Finz sei von "profil" falsch zitiert worden, er habe gesagt: "Jede Stimme ist wichtig, insbesondere auch die der Frauen".

Am Tag darauf bestritt Finz selbst, die inkriminierte Aussage gemacht zu haben. "Jeder, der mich kennt, weiß, wie wichtig mir Frauen in der politischen Zusammenarbeit sind", sagte er. Und weiter: "Ich habe gesagt: 'Jede Stimme ist wichtig, insbesondere die der Frauen'".

Nun fordert "profil" einen Widerruf jener Aussendung (OTS 081 vom 27.10.), mit der die ÖVP-Wien die Zeitschrift beschuldigt hatte, falsch zitiert zu haben. (APA)

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