Intershop nach Schrumpfkur nicht aus der Krise

30. Oktober 2002, 16:02
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Kapitalschnitt von 96,5 auf 19,4 Mill. Euro

Hamburg/Jena - Die Investitionszurückhaltung von Großunternehmen im Internet-Geschäft verschärft die Probleme des angeschlagenen Softwarekonzerns Intershop. "Ein Verlust bis zu drei Mill. Euro ist im vierten Quartal nicht auszuschließen", sagte Finanzvorstand Jürgen Schöttler am Mittwoch bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Hamburg. Dabei bezog er sich auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Schöttler stellte damit das Ziel in Frage, im letzten Quartal ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Mit den Produkten von Intershop können die Unternehmen elektronischen Handel abwickeln.

Das einstige Vorzeigeunternehmen aus Jena operierte im dritten Quartal bei sinkenden Umsätzen weiter im Minus. Der Umsatz der ersten neun Monate dieses Jahres verringerte sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 57 auf 33 Mill. Euro. Gleichzeitig konnte der Vorstand jedoch auch den Verlust von 107 auf 26,5 Mill. Euro zurückführen, weil Intershop mehr als 100 Mill. Euro Kosten einsparte und die Belegschaft allein in diesem Jahr von mehr als 700 auf gut 500 Mitarbeiter reduzierte.

Bei der Hauptversammlung in Hamburg stimmten die Aktionäre einer Herabsetzung des Grundkapitals von 96,5 auf 19,4 Mill. Euro zu. Mit der Zusammenlegung von fünf alten zu einer neuen Aktie soll der Kurs wieder über einen Euro gebracht und damit formal die Voraussetzung für den Einstieg von Finanzinvestoren geschaffen werden. Die Hauptversammlung war notwendig geworden, weil mehr als die Hälfte des Grundkapitals verloren war. Mit dem Kapitalschnitt werden die Verluste in der Bilanz bereinigt. In einem weiteren Schritt will Intershop neues Kapital bei Finanzinvestoren einwerben. Das Unternehmen verfügt noch über eine Liquidität von 20,4 Mill. Euro. (APA/dpa)

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