Zeitloses Plastik

31. Oktober 2002, 13:38
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Das Unternehmen Kartell war eine Art Geburtshelfer des Plastiks in der Möbelindustrie. Seit gut 40 Jahren begleiten die "Kunststoffmissionare" den Werkstoff durch Höhen und Tiefen

Schon das Wort genügt: Plastik. Eilig wenden sich Ökofreaks angewidert ab, loben das Reine, das Ursprüngliche. Sie blicken beglückt auf ihre Möbel, deren Kanten mit wülstigen Rundungen prahlen und aus vollem Holz gefertigt sind. Tolle Natur! Nur: Zu Klassikern, zu langlebigen Möbeln, bringen es die Bretter höchst selten. Und das, während sich die Plastikmöbel der Firma Kartell, nicht selten älter als 30 Jahre, einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen: In Auktionen werden sie versteigert, auf Flohmärkten sind sie heiß begehrt. Und was ist ökologisch sinnvoller als eine lange Nutzung von einmal verarbeiteten Materialien?

Zu den ewig aktuellen Möbeln von Kartell zählen stapelbare Container, die seit über 30 Jahren auf den technisch anmutenden Namen 4970/84 hören und der Feder von Anna Castelli Ferrieri entstammen. Noch vor wenigen Jahren zahlten Liebhaber für das runde Möbel, das sich ohne Verschraubung stapeln lässt, bei Versteigerungen Preise von über 120 Euro - selbst mit Gebrauchsspuren war der Klassiker in Auktionen gesuchtes Objekt.

Inzwischen wird der Container wieder gefertigt. Das ließ die Sammlerpreise in den Keller fallen, erfüllte die Designerin jedoch mit Freude. Denn sie wollte, dass gute Produkte preiswert sind, spricht noch heute von "demokratischem" Design, das sich jeder leisten können soll. Und mit Plastik war das eben einfacher zu machen, als sie Mitte der 60er-Jahre bei Kartell anfing - einfacher allemal, als mit heimischer Kiefer, Buche oder Eiche. Allerdings waren weder Material noch Verarbeitungstechnik so weit entwickelt wie heute. Lange experimentierten Vorreiter auf diesem Gebiet, bis endlich ein Kinderstuhl, für den Marco Zanuso und Richard Sapper 1961 erste Entwürfe erarbeitet hatten, die gewünschte Stabilität aufwies: Drei Jahre lang arbeiteten die Tüftler von Kartell, gemeinsam mit dem Unternehmenschef Guilio Castelli, bis es gelang, den heute etwas klobig wirkenden Stuhl herzustellen.

Weitere fünf Jahre vergingen noch, bis ein Klassiker produktionsreif war, der noch heute im Handel ist: Der Seda 4867 von Joe Columbo. Ein weitaus eleganteres Sitzmöbel, das nur eines von vielen Möbeln ist, das der Meister und Protagonist der 60er-Jahre bei Kartell fertigen ließ. Bevor Ferrieri und Colombo im Unternehmen das Plastik formten, war ein anderer, äußerst erfolgreicher Designer am Werk. In den 50er-Jahren, als sich Deutschland noch in den Anfängen des Designs übte, entwarf Gino Colombini schon Produkte aus Plastik. Allerdings keine Möbel.

Mit banalen Eimern, Kunststoffdosen und einer breiten Palette an Zubehör für Laboratorien (Trichter sowie Halterungen für Reagenzgläser) sammelte Kartell im ersten Jahrzehnt des Bestehens eifrig Kompetenz in Sachen Kunststofffertigung. Von der Fliegenklatsche über ein Nudelsieb bis zur Zitronenpresse: Fröhliche Farben hielten in italienischen Haushalten Einzug. Darunter auch ein Standaschenbecher - er wird ebenfalls seit 1966 produziert -, der in Italien so allgegenwärtig ist, wie er zwischenzeitlich tausendfach kopiert wurde. Kurzum: Kartells Produkte sind langlebiger und damit ökologisch sinnvoller als manch ein Vollholzmöbel. Dennoch waren es genau die 70er-Jahre, die mit Umweltthemen und explodierenden Rohölpreisen den Pulsschlag des Plastikproduzenten senkten. Kunststoff schien den Konsumenten nicht mehr opportun, glänzendes Plastik als billige Wegwerfware und Primärfarben zu wenig "natürlich": Das Image war ruiniert. Selbst etwas peppigere Entwürfe, die offensichtlich vom schrillen Protestdesign der 80er-Jahre inspiriert waren, konnten dem Unternehmen auch später nicht mehr aus der Krise helfen. Schließlich verkaufte Guilio Castelli am Ende des Jahrzehnts sein Lebenswerk, das über so lange Zeit aufgebaute Unternehmen.

Claudio Luti, bislang ein umtriebiger Geist der Modewelt - er hatte den Versace-Konzern in führender Position aufgebaut -, kaufte das labile Label mitsamt Produktionsstätte südlich von Mailand und Entwicklungsabteilung. Und sogleich wurde eine neue Marschroute festgelegt: weg vom preiswerten Plastik, hin zum hochwertigen Möbel. In Zusammenarbeit mit externen Designer sollte eine neu Produktpalette entstehen. So tat sich der Norditaliener in der Designszene um, fand in dem Franzosen Philippe Starck den Mann der Stunde. Gleich im ersten Jahr der Kooperation, 1988, gelang den beiden der erhoffte Durchbruch: "Dr. Glob" - ein Stuhl, der, gefertigt aus Metall und Kunststoff, mit matter Oberfläche versehen, nicht mehr an die glänzende Ästhetik der Plastikära anknüpfte. In nur zwölf Monaten verkaufte sich das Stück über 50.000 Mal. Ein Neuanfang war also möglich.

Weitere Starck-Entwürfe folgten, weitere Designer kamen hinzu - neue Klassiker rundeten das Programm. So gab es fortan Regale am laufenden Meter. Ron Arad, Designer aus London, hatte 1992 einen Metallstreifen an die Wand geschraubt, ihn gebogen und mit flexiblen Stützen versehen. Aber nur in Einzelanfertigung wurde der "Bookworm" verkauft - zu entsprechend hohen Preisen und in geringen Stückzahlen. Erst mit der Übertragung der Idee in ein Kunststoffprodukt gelang es, das Regal in riesigen Stückzahlen zu produzieren. Womit die ursprünglichen Ideale von Ferrieri und ihrem Mann, Castelli, Designprodukte preiswert herzustellen, zu neuen Ehren gelangte. Inzwischen wurden 1200 Kilometer verkauft. Was nicht nur Kartell nützte. Auch Arad, der sich bis 1993 mit Ladenausbauten und der Produktion von Einzelstücken mehr schlecht als recht am Leben hielt, erlebte seinen wirtschaftlichen Durchbruch. Auch von ihm wurden weitere Möbel ins Programm aufgenommen: der geschwungene Stuhl "FPE" von 1997 oder das Flaschenregal "infinity" von 1999.

Inzwischen entwickelt Kartell jedes Jahr bis zu zehn neue Produkte. Meist gelangen nur ein oder zwei in den Handel, aber der Wille zur Realisierung neuer Ideen ist bis heute ungebrochen. Zu den neuesten Entwicklungen zählt ein gepolsterter Lehnstuhl, dessen Schale aus Kunststoff, dessen Beine aus Metall angefertigt sind. Ein unauffälliges Möbel, für das der Italiener Vico Magistretti verantwortlich zeichnet. Von dem inzwischen über 80-jährigen, überaus zurückhaltenden Designer stammen viele andere Entwürfe, die allesamt in die Tradition von Kartell passen: ruhige, langlebige Linien, feinfühlige Flächen, die das Zeug zum Klassiker haben. So bleibt Kartell, trotz aller zeitgeistigen Veränderungen, sich selbst doch treu: stellt Dinge her, die ihre Zeit überdauern. Aus Plastik. Knuth Hornbogen []

  • Schon das Wort genügt: Plastik. Eilig wenden sich Ökofreaks angewidert ab, loben das Reine, das Ursprüngliche. Sie blicken beglückt auf ihre Möbel, deren Kanten mit wülstigen Rundungen prahlen und aus vollem Holz gefertigt sind. Tolle Natur! Nur: Zu Klassikern, zu langlebigen Möbeln, bringen es die Bretter höchst selten. Und das, während sich die Plastikmöbel der Firma Kartell, nicht selten älter als 30 Jahre, einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen: In Auktionen werden sie versteigert, auf Flohmärkten sind sie heiß begehrt. Und was ist ökologisch sinnvoller als eine lange Nutzung von einmal verarbeiteten Materialien?
    kartell

    Schon das Wort genügt: Plastik. Eilig wenden sich Ökofreaks angewidert ab, loben das Reine, das Ursprüngliche. Sie blicken beglückt auf ihre Möbel, deren Kanten mit wülstigen Rundungen prahlen und aus vollem Holz gefertigt sind. Tolle Natur! Nur: Zu Klassikern, zu langlebigen Möbeln, bringen es die Bretter höchst selten. Und das, während sich die Plastikmöbel der Firma Kartell, nicht selten älter als 30 Jahre, einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen: In Auktionen werden sie versteigert, auf Flohmärkten sind sie heiß begehrt. Und was ist ökologisch sinnvoller als eine lange Nutzung von einmal verarbeiteten Materialien?

  • Zu den ewig aktuellen Möbeln von Kartell zählen stapelbare Container, die seit über 30 Jahren auf den technisch anmutenden Namen 4970/84 hören und der Feder von Anna Castelli Ferrieri entstammen. Noch vor wenigen Jahren zahlten Liebhaber für das runde Möbel, das sich ohne Verschraubung stapeln lässt, bei Versteigerungen Preise von über 120 Euro - selbst mit Gebrauchsspuren war der Klassiker in Auktionen gesuchtes Objekt.
    kartell

    Zu den ewig aktuellen Möbeln von Kartell zählen stapelbare Container, die seit über 30 Jahren auf den technisch anmutenden Namen 4970/84 hören und der Feder von Anna Castelli Ferrieri entstammen. Noch vor wenigen Jahren zahlten Liebhaber für das runde Möbel, das sich ohne Verschraubung stapeln lässt, bei Versteigerungen Preise von über 120 Euro - selbst mit Gebrauchsspuren war der Klassiker in Auktionen gesuchtes Objekt.

  • Inzwischen wird der Container wieder gefertigt. Das ließ die Sammlerpreise in den Keller fallen, erfüllte die Designerin jedoch mit Freude. Denn sie wollte, dass gute Produkte preiswert sind, spricht noch heute von "demokratischem" Design, das sich jeder leisten können soll. Und mit Plastik war das eben einfacher zu machen, als sie Mitte der 60er-Jahre bei Kartell anfing - einfacher allemal, als mit heimischer Kiefer, Buche oder Eiche. Allerdings waren weder Material noch Verarbeitungstechnik so weit entwickelt wie heute. Lange experimentierten Vorreiter auf diesem Gebiet, bis endlich ein Kinderstuhl, für den Marco Zanuso und Richard Sapper 1961 erste Entwürfe erarbeitet hatten, die gewünschte Stabilität aufwies: Drei Jahre lang arbeiteten die Tüftler von Kartell, gemeinsam mit dem Unternehmenschef Guilio Castelli, bis es gelang, den heute etwas klobig wirkenden Stuhl herzustellen.
    kartell

    Inzwischen wird der Container wieder gefertigt. Das ließ die Sammlerpreise in den Keller fallen, erfüllte die Designerin jedoch mit Freude. Denn sie wollte, dass gute Produkte preiswert sind, spricht noch heute von "demokratischem" Design, das sich jeder leisten können soll. Und mit Plastik war das eben einfacher zu machen, als sie Mitte der 60er-Jahre bei Kartell anfing - einfacher allemal, als mit heimischer Kiefer, Buche oder Eiche. Allerdings waren weder Material noch Verarbeitungstechnik so weit entwickelt wie heute. Lange experimentierten Vorreiter auf diesem Gebiet, bis endlich ein Kinderstuhl, für den Marco Zanuso und Richard Sapper 1961 erste Entwürfe erarbeitet hatten, die gewünschte Stabilität aufwies: Drei Jahre lang arbeiteten die Tüftler von Kartell, gemeinsam mit dem Unternehmenschef Guilio Castelli, bis es gelang, den heute etwas klobig wirkenden Stuhl herzustellen.

  • Weitere fünf Jahre vergingen noch, bis ein Klassiker produktionsreif war, der noch heute im Handel ist: Der Seda 4867 von Joe Columbo. Ein weitaus eleganteres Sitzmöbel, das nur eines von vielen Möbeln ist, das der Meister und Protagonist der 60er-Jahre bei Kartell fertigen ließ. Bevor Ferrieri und Colombo im Unternehmen das Plastik formten, war ein anderer, äußerst erfolgreicher Designer am Werk. In den 50er-Jahren, als sich Deutschland noch in den Anfängen des Designs übte, entwarf Gino Colombini schon Produkte aus Plastik. Allerdings keine Möbel.
    kartell

    Weitere fünf Jahre vergingen noch, bis ein Klassiker produktionsreif war, der noch heute im Handel ist: Der Seda 4867 von Joe Columbo. Ein weitaus eleganteres Sitzmöbel, das nur eines von vielen Möbeln ist, das der Meister und Protagonist der 60er-Jahre bei Kartell fertigen ließ. Bevor Ferrieri und Colombo im Unternehmen das Plastik formten, war ein anderer, äußerst erfolgreicher Designer am Werk. In den 50er-Jahren, als sich Deutschland noch in den Anfängen des Designs übte, entwarf Gino Colombini schon Produkte aus Plastik. Allerdings keine Möbel.

  • Mit banalen Eimern, Kunststoffdosen und einer breiten Palette an Zubehör für Laboratorien (Trichter sowie Halterungen für Reagenzgläser) sammelte Kartell im ersten Jahrzehnt des Bestehens eifrig Kompetenz in Sachen Kunststofffertigung. Von der Fliegenklatsche über ein Nudelsieb bis zur Zitronenpresse: Fröhliche Farben hielten in italienischen Haushalten Einzug. Darunter auch ein Standaschenbecher - er wird ebenfalls seit 1966 produziert -, der in Italien so allgegenwärtig ist, wie er zwischenzeitlich tausendfach kopiert wurde. Kurzum: Kartells Produkte sind langlebiger und damit ökologisch sinnvoller als manch ein Vollholzmöbel.
    kartell

    Mit banalen Eimern, Kunststoffdosen und einer breiten Palette an Zubehör für Laboratorien (Trichter sowie Halterungen für Reagenzgläser) sammelte Kartell im ersten Jahrzehnt des Bestehens eifrig Kompetenz in Sachen Kunststofffertigung. Von der Fliegenklatsche über ein Nudelsieb bis zur Zitronenpresse: Fröhliche Farben hielten in italienischen Haushalten Einzug. Darunter auch ein Standaschenbecher - er wird ebenfalls seit 1966 produziert -, der in Italien so allgegenwärtig ist, wie er zwischenzeitlich tausendfach kopiert wurde. Kurzum: Kartells Produkte sind langlebiger und damit ökologisch sinnvoller als manch ein Vollholzmöbel.

  • Dennoch waren es genau die 70er-Jahre, die mit Umweltthemen und explodierenden Rohölpreisen den Pulsschlag des Plastikproduzenten senkten. Kunststoff schien den Konsumenten nicht mehr opportun, glänzendes Plastik als billige Wegwerfware und Primärfarben zu wenig "natürlich": Das Image war ruiniert. Selbst etwas peppigere Entwürfe, die offensichtlich vom schrillen Protestdesign der 80er-Jahre inspiriert waren, konnten dem Unternehmen auch später nicht mehr aus der Krise helfen. Schließlich verkaufte Guilio Castelli am Ende des Jahrzehnts sein Lebenswerk, das über so lange Zeit aufgebaute Unternehmen.
    kartell

    Dennoch waren es genau die 70er-Jahre, die mit Umweltthemen und explodierenden Rohölpreisen den Pulsschlag des Plastikproduzenten senkten. Kunststoff schien den Konsumenten nicht mehr opportun, glänzendes Plastik als billige Wegwerfware und Primärfarben zu wenig "natürlich": Das Image war ruiniert. Selbst etwas peppigere Entwürfe, die offensichtlich vom schrillen Protestdesign der 80er-Jahre inspiriert waren, konnten dem Unternehmen auch später nicht mehr aus der Krise helfen. Schließlich verkaufte Guilio Castelli am Ende des Jahrzehnts sein Lebenswerk, das über so lange Zeit aufgebaute Unternehmen.

  • Claudio Luti, bislang ein umtriebiger Geist der Modewelt - er hatte den Versace-Konzern in führender Position aufgebaut -, kaufte das labile Label mitsamt Produktionsstätte südlich von Mailand und Entwicklungsabteilung. Und sogleich wurde eine neue Marschroute festgelegt: weg vom preiswerten Plastik, hin zum hochwertigen Möbel. In Zusammenarbeit mit externen Designer sollte eine neu Produktpalette entstehen.
    kartell

    Claudio Luti, bislang ein umtriebiger Geist der Modewelt - er hatte den Versace-Konzern in führender Position aufgebaut -, kaufte das labile Label mitsamt Produktionsstätte südlich von Mailand und Entwicklungsabteilung. Und sogleich wurde eine neue Marschroute festgelegt: weg vom preiswerten Plastik, hin zum hochwertigen Möbel. In Zusammenarbeit mit externen Designer sollte eine neu Produktpalette entstehen.

  • So tat sich der Norditaliener in der Designszene um, fand in dem Franzosen Philippe Starck den Mann der Stunde. Gleich im ersten Jahr der Kooperation, 1988, gelang den beiden der erhoffte Durchbruch: "Dr. Glob" - ein Stuhl, der, gefertigt aus Metall und Kunststoff, mit matter Oberfläche versehen, nicht mehr an die glänzende Ästhetik der Plastikära anknüpfte. In nur zwölf Monaten verkaufte sich das Stück über 50.000 Mal. Ein Neuanfang war also möglich.
    kartell

    So tat sich der Norditaliener in der Designszene um, fand in dem Franzosen Philippe Starck den Mann der Stunde. Gleich im ersten Jahr der Kooperation, 1988, gelang den beiden der erhoffte Durchbruch: "Dr. Glob" - ein Stuhl, der, gefertigt aus Metall und Kunststoff, mit matter Oberfläche versehen, nicht mehr an die glänzende Ästhetik der Plastikära anknüpfte. In nur zwölf Monaten verkaufte sich das Stück über 50.000 Mal. Ein Neuanfang war also möglich.

  • Weitere Starck-Entwürfe folgten, weitere Designer kamen hinzu - neue Klassiker rundeten das Programm. So gab es fortan Regale am laufenden Meter. Ron Arad, Designer aus London, hatte 1992 einen Metallstreifen an die Wand geschraubt, ihn gebogen und mit flexiblen Stützen versehen. Aber nur in Einzelanfertigung wurde der "Bookworm" verkauft - zu entsprechend hohen Preisen und in geringen Stückzahlen. Erst mit der Übertragung der Idee in ein Kunststoffprodukt gelang es, das Regal in riesigen Stückzahlen zu produzieren.
    kartell

    Weitere Starck-Entwürfe folgten, weitere Designer kamen hinzu - neue Klassiker rundeten das Programm. So gab es fortan Regale am laufenden Meter. Ron Arad, Designer aus London, hatte 1992 einen Metallstreifen an die Wand geschraubt, ihn gebogen und mit flexiblen Stützen versehen. Aber nur in Einzelanfertigung wurde der "Bookworm" verkauft - zu entsprechend hohen Preisen und in geringen Stückzahlen. Erst mit der Übertragung der Idee in ein Kunststoffprodukt gelang es, das Regal in riesigen Stückzahlen zu produzieren.

  • Womit die ursprünglichen Ideale von Ferrieri und ihrem Mann, Castelli, Designprodukte preiswert herzustellen, zu neuen Ehren gelangte. Inzwischen wurden 1200 Kilometer verkauft. Was nicht nur Kartell nützte. Auch Arad, der sich bis 1993 mit Ladenausbauten und der Produktion von Einzelstücken mehr schlecht als recht am Leben hielt, erlebte seinen wirtschaftlichen Durchbruch. Auch von ihm wurden weitere Möbel ins Programm aufgenommen: der geschwungene Stuhl "FPE" von 1997 oder das Flaschenregal "infinity" von 1999.
    kartell

    Womit die ursprünglichen Ideale von Ferrieri und ihrem Mann, Castelli, Designprodukte preiswert herzustellen, zu neuen Ehren gelangte. Inzwischen wurden 1200 Kilometer verkauft. Was nicht nur Kartell nützte. Auch Arad, der sich bis 1993 mit Ladenausbauten und der Produktion von Einzelstücken mehr schlecht als recht am Leben hielt, erlebte seinen wirtschaftlichen Durchbruch. Auch von ihm wurden weitere Möbel ins Programm aufgenommen: der geschwungene Stuhl "FPE" von 1997 oder das Flaschenregal "infinity" von 1999.

  • Inzwischen entwickelt Kartell jedes Jahr bis zu zehn neue Produkte. Meist gelangen nur ein oder zwei in den Handel, aber der Wille zur Realisierung neuer Ideen ist bis heute ungebrochen. Zu den neuesten Entwicklungen zählt ein gepolsterter Lehnstuhl, dessen Schale aus Kunststoff, dessen Beine aus Metall angefertigt sind. Ein unauffälliges Möbel, für das der Italiener Vico Magistretti verantwortlich zeichnet.
    kartell

    Inzwischen entwickelt Kartell jedes Jahr bis zu zehn neue Produkte. Meist gelangen nur ein oder zwei in den Handel, aber der Wille zur Realisierung neuer Ideen ist bis heute ungebrochen. Zu den neuesten Entwicklungen zählt ein gepolsterter Lehnstuhl, dessen Schale aus Kunststoff, dessen Beine aus Metall angefertigt sind. Ein unauffälliges Möbel, für das der Italiener Vico Magistretti verantwortlich zeichnet.

  • Von dem inzwischen über 80-jährigen, überaus zurückhaltenden Designer stammen viele andere Entwürfe, die allesamt in die Tradition von Kartell passen: ruhige, langlebige Linien, feinfühlige Flächen, die das Zeug zum Klassiker haben. So bleibt Kartell, trotz aller zeitgeistigen Veränderungen, sich selbst doch treu: stellt Dinge her, die ihre Zeit überdauern. Aus Plastik. (Knuth Hornbogen; Der Standard/rondo/01/11/2002)
    kartell

    Von dem inzwischen über 80-jährigen, überaus zurückhaltenden Designer stammen viele andere Entwürfe, die allesamt in die Tradition von Kartell passen: ruhige, langlebige Linien, feinfühlige Flächen, die das Zeug zum Klassiker haben. So bleibt Kartell, trotz aller zeitgeistigen Veränderungen, sich selbst doch treu: stellt Dinge her, die ihre Zeit überdauern. Aus Plastik. (Knuth Hornbogen; Der Standard/rondo/01/11/2002)

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