VW auf Schlingerkurs: Gewinneinbruch

30. Oktober 2002, 14:47
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Absatz von Volkswagen und Skoda sinkt, Audi und Seat mit leichtem Zuwachs

Wolfsburg - Der deutsche Volkswagen-Konzern fällt zurück. Weltweit verringerte sich der Anteil des europäischen Marktführers an den Neuzulassungen in den ersten neun Monaten um 0,5 Punkte auf 11,9 Prozent. Der Vorsteuergewinn des Konzerns sackte um 20,1 Prozent auf 2,97 Mrd. Euro. Der Umsatz ging im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent auf 65,27 Mrd. Euro zurück. Bis zum Jahresende sieht der neue Vorstandschef Bernd Pischetsrieder keine Besserung. Er hält aber an seiner im Frühjahr gedrückten Prognose von 4 Mrd. Euro Vorsteuergewinn fest, wie Volkswagen am Mittwoch betonte.

Die Auslieferungen an Kunden fielen seit Jahresanfang um 3,6 Prozent auf 3,757 Mill. Fahrzeuge. Im dritten Quartal lag der Konzern bei 1,24 Mill. Fahrzeugen allerdings mit 0,3 Prozent im Plus.

Das operative Ergebnis beim VW-Konzern fiel im dritten Quartal um rund ein Drittel auf 1,18 Mrd. Euro. Gründe waren nach Angaben von VW-Sprecher Kurt Rippholz vor allem deutlich schlechtere Wechselkurse und hohe Investitionen in den Anlauf neuer Modelle. Insgesamt brach das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal um 47,8 Prozent auf 711 Mill. Euro ein. Erklärt wird der Einbruch vor allem mit der rasanten Talfahrt der Aktienkurse: Fremde Aktien und Fondsanteile hätten mit 417 Mill. Euro wertberichtigt werden müssen. Die Börse reagierte verhalten. Am Vormittag legte die VW- Aktie, wie andere Autowerte auch, leicht zu.

Vor allem die Marken VW und Skoda haben noch mit 4,2 Prozent (2,63 Mill. Autos im Zeitraum Januar bis September) Rückstände. Nutzfahrzeuge wurden 209.000 (-7,3 Prozent) ausgeliefert. Audi und Seat entwickelten sich mit 0,9 Prozent Rückstand (914.000 Autos) weniger schlecht. In Westeuropa blieb VW bei den Neuzulassungen zwar die Nummer Eins mit einem Anteil von 18,3 Prozent, musste aber auch hier 0,4 Punkte an die Konkurrenz abgeben. Konzernziel bleiben weiterhin knapp unter 5 Millionen Fahrzeuge.

Das Bruttoergebnis im Konzernbereich Automobile sei im Neunmonatszeitraum mit 9,89 Mrd. Euro nahezu auf Vorjahresniveau gehalten worden, hieß es. Bessere Strukturen und positive Effekte aus Preismaßnahmen hätten den Absatzrückgang und gestiegene Kosten für die fortan zweijährige Gewährleistungspflicht ausgeglichen. Inzwischen seien die Lagerbestände auf einem Idealniveau, die Produktion der Marktlage angepasst. Zudem seien die Reaktionen auf den neuen Audi A8 und den Geländewagen Touareg sehr gut, hieß es.

Zwischen Januar und September drosselte VW auf Grund der Absatzschwäche die weltweite Produktion um 4,5 Prozent auf 3,78 Mill. Einheiten. Betroffen waren vor allem die deutschen Werke mit einem Rückgang von 7 Prozent auf 1,34 Mill. Autos. Während zwischen Juli und September die Produktion im Ausland wieder um 9,2 Prozent auf 804.000 Einheiten hochgefahren wurde, ging sie in Deutschland um 5,8 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2001 auf 424.000 zurück. (APA/dpa)

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