Libro: Deadline am 10. November

31. Oktober 2002, 13:41
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KSV sieht mindestens drei ernsthafte Interessenten - Angebote mit "Bankgarantie" nächste Woche

Wien - Für die insolvente Buch- und Medienhandelskette fällt am 10. November die endgültige Entscheidung über den Verkauf oder die Schließung der 217 Filialen mit rund 1.500 Mitarbeitern, teilte der KSV am Donnerstag mit. An diesem Tag will sich der Masseverwalter Günter Viehböck in einer Art Versteigerung für einen Käufer oder die Liquidation entscheiden. Der Kreditschutzverband von 1870 geht von "zumindest 3 ernsthaften Prätendenten" aus, die das Geschäft von Libro übernehmen und weiterführen wollen, in der kommenden Woche könnten aber noch welche dazukommen.

Der Masseverwalter habe kein Mindestgebot verfügt, man gehe aber davon aus, dass die Bieter die Untergrenze für einen Verkauf kennen, so der KSV. Um bei dem Bieterrennen dabei zu sein , müssen die potenziellen Käufer diese Woche einen verbindliche Erklärung einer Geschäftsbank vorlegen, dass sie den Kaufpreis überweisen, wenn ihr "Klient" das beste Angebot gelegt hat.

Gebote "am Wert der Geschäftsausstattung" orientieren

Die Gebote haben sich laut KSV "am Wert der Geschäftsausstattung zu orientieren, sowie einen Prozentsatz vom Einkaufswert zu enthalten, mit dem die vorhandenen Handelswaren übernommen wird". Die Umsätze von Libro liegen laut KSV derzeit teilweise über den Erwartungen, daher gehe man davon aus, dass auch ein Käufer gefunden wird. Am 6. November findet eine Gläubigerausschusssitzung statt, bei der es freilich eher um technische Fragen geht.

Eine Schließung und Liquidation zwar nur als "second-best Lösung", man fürchte sich aber auch davor nicht, weil es bereits Offerte gebe, die einen Mindest-Liquidationserlös mehr oder weniger garantierten, so KSV-Insolvenzexperte Johann Kosstal. Wie berichtet haben die US-Liquidationsprofis Gordon Brothers, die bereits 30 Filialen abgewickelt haben, 20 Mill. Euro geboten.

Als Interessenten wurden zuletzt ein Konsortium um Ex-Libro-Vorstand Gerhard Maierhofer, den Industriellen Josef Taus und den Wiener Buchhändler Wilhelm Sotsas sowie eines um den Welser Bürowarengroßhändler Anton Stahrlinger gehandelt. Die Hamburger Buchhandelskette Thalia, die aus der Libro-Konkursmasse bereits die Amadeus-Buchhandlungen gekauft hat, hat heute eine Teilnahme am Rennen um Libro dementiert. "Format" hatte berichtet, die Douglas-Tochter sei in einem Konsortium mit dem ehemaligen Herlango-Manager Thomas Theuretzbacher dabei.(APA)

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