Der "Tschetschenische Weltkongress"

30. Oktober 2002, 12:46
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Prominente Teilnehmer Sakajew, Chasbulatow und Vanessa Redgrave

Kopenhagen - In Kopenhagen hat Anfang der Woche erstmals der "Tschetschenische Weltkongress" als Gesprächsforum ohne Entscheidungsbefugnisse für verschiedene Gruppen innerhalb und außerhalb Tschetscheniens getagt. Die knapp 100 Teilnehmer kamen überwiegend aus dem Exil in osteuropäischen und anderen Ländern, aber auch aus Russland.

Nach Meinung von Beobachtern sollte der Kongress vor allem dazu dienen, die teilweise stark zerstrittenen Gruppierungen im tschetschenischen Widerstand gegen Russland zu einer Verständigung zu bringen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Dänisch-Tschetschenischen Gesellschaft, einer kleinen privaten Initiative.

Bekannteste Teilnehmer waren der jetzt verhaftete Achmed Sakajew, der "persönliche Beauftragte" des im Untergrund lebenden tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, und der russische Ex-Parlamentspräsident Ruslan Chasbulatow, der zwischen Tschetschenen und dem Kreml mit einem eigenen Friedensplan vermitteln will. Die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave warf westlichen Medien vor, den russischen "Völkermord" in Tschetschenien systematisch totzuschweigen.

Die russische Regierung hatte von Dänemark bereits vor der Geiselnahme in Moskau vergeblich ein Verbot des Kongresses verlangt, weil hier Terroristen wie Sakajew beteiligt seien, um zusätzliche Finanzmittel zu sammeln. (APA/dpa)

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